Schauspiel.
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„Tragikomödie" daraus. Die Idee ist aus dem 5. Cap. der Xumerigenommen, die dramatische Handlung ist erfunden, wie auch die des deut-schen Schlemmers von Joh. Strieer (Magdeburg 1588), die damitverwandt ist. Ein Weltkind wird über seinem Saufen und Bankettirenvon Krankheit befallen, geräth in Sündenangst, wird hergestellt, falltaber sogleich zurück. Nun greift ihn der Tod an und vor Moses verklagt,wird er zur Hölle verdammt. Doch kämpft in ihm der Glaube an Chri-stus siegreich und er stirbt versöhnt und erlöst. Dies sind eoncrete Stückezu den zahlreichen allgemeinen Tragödien von dem Fall Adam'S und derErlösung durch Christ's Geburt und Tod. Sie stehen in Beziehung zuschon älteren, auch lateinischen Behandlungen des ähnlichen Gegen-stands, namentlich zu dem viel wiederholten Hecastus^); und besondersinteressant ist ihr Gegensatz zu den vereinzelten ähnlichen Moralitätenkatholischen Ursprungs, wie zu dem Homulus, den Jasper von Gennep(1540 Cöln) und dem Euripus, den Cleophas Distelmayer (Dill.1582) nach lateinischen Vorbildern übersetzten, wo die üppigen Heldenauf dem engen Wege zum Himmel ermüden und der ewigen Pein uner-löst verfallen. Es ist selten, daß auch ein (wenn wir nicht irren) evangeli-scher Poet wie Joh. Heros in seinem „irdischen Pilger" (Nürnbg. 1562)dies unbußsertige Verderben darstellt. In Dedekind's „christlichem Ritter"tritt der evangelische Gedanke wieder desto stärker hervor. Der Dichterführt einen Rittersmann ein, der Ehr und Gut hat, aber auch seligwerden möchte. Den berichtet erst Moses von Gottes Gesetz, und dadies der Ritter nicht streng gehalten, so schreckt ihn Moses mit GottesGericht, Paulus aber lehrt ihn hernach die tröstlichere Lehre Christ's,nach deren Annahme er in Bund mit allen Tugenden tritt und so ingeistiger Rüstung geharnischt die Anfälle von Lucifers Gesellen besteht.Aehnliches behandelte schon Aller. Bresnieer's Komödie von christlicherRitterschaft (Freiberg 1553). Jedermann erkennt in diesen Stücken den-selben evangelischen Geist, den wir oben in den über die Erlösung trium-phirenden Kirchenliedern der ersten Zeit antrafen. Ein anderes StückDedekind's von gleicher ernster und didaktischer Haltung ist der papisla
8t) Der Hecastus ist außer von Hans Sachs noch bearbeitet von einem PeterRebenstock I5KK, lateinisch von Georg Macropedius — Langeveldt, wonach er (Nürnbg.1552) von Laur. Rappelt und (1589) von Joh. Schreckenberg übersetzt ist. Der In-halt des Stücks ist wesentlich derselbe, wie der im deutschen Schlemmer: der reicheMann, HecastuS, verläßt sich auf sein Gut und verpraßt es, bis er vor Gott gefordertBuße thut und sein Herz erneut.
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