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Dritter Band.
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Schauspiel.

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obgleich er gesteht, daß ihm selbst die Prosa besser gefiele wie seineVerse. Viele andere Schauspielschreiber der Zeit drängten sich persönlich,mithelfend, nachahmend an die Wirkungsreiche Wolfenbüttler Bühneneben diesen Umarbeitern Herlicius und Sommer heran. JohannesBertesius, der auch Frischlin's Phasma übersetzt.hat, widmete demHerzog 1603 aus Kamnierforst in Thüringen seinen Hiob, der derSusanna nacheifert und vor dem Herzog gespielt wurde. Den beidenletztbesprochenen Stücken des Herzogs sehr ähnlich ist ein Spiel „Hahnen-reierei" (16l8), ein Schwank, der in dem armen Studenten neuerdingsnoch gebraucht ist. In diesem Stücke sprechen alle Hauptpersonen platt,auch der Narr, der hier Körtke Speelmann heißt. An dieser Sitte kaunman die Nachahmungen der liibaläeka Tragödien massenweise erkennen.Die Stücke des Herzogs haben dadurch nämlich ein großes auch sprach-liches Interesse, daß fast alle Mundarten Deutschlands darin mitzuspre-chen haben. In der Susanna treten schwäbische, thüringische, nieder-sächsische, jülichsche, fränkische, kölnische, märkische und metsnischeBauern und Bäuerinnen auf, die alle in ihrem Dialekte reden, und somehr oder minder in jedem seiner Stücke. Man darf nun nur namentlichdie norddeutschen Stücke der Zeit aufschlagen swir wollen nur Omich'sDämon 1598, Burmeister's geoffenbarten Christus (Rostock 1605),Marcus Pfeffer's Esther (Wvlfenb. 162k), L. Hollonius' somniumkumkmae vitae und seinen Freimut oder verlorenen Sohn (Stettin1603) nennen), um bald an dieser Einführung namentlich des Platt-deutschen, bald an anderen Zügen die Einwirkung der WolfenbüttlerStücke zu erkennen. Dasselbe ist der Fall in dem „Christoph von Zedlitz"von Tob. Kober (Liegnitz 1607), der zwar vieles Eigenthümliche hat;es ist dies das erste Stück, das etwas von der Farbe eines historischenDramas nach neuer Auffassung an sich trägt. Daß noch spät die Häupterder dramatischen Kunst im 17. Jahrh., die Weise und Gryphius, anden Stücken der Wolfenbüttler Bühne lernten, ist ohnehin unverkennbar.

Die englischen Komödien und Tragödien^), die 1620 er-schienen, sind in Prosa ganz desselben Charakters, wie Ayrer's Stücke inVersen. Sie können uns zeigen, wie reich an Stoffen die damaligeBühne in Deutschland war, wie das Material aller Nationen Einganggesunden hatte, zugleich auch wieder, wie barbarisch alles dieses Fremdein den Händen der Deutschen dieser Zeit sich gestaltete. Da Tieck dieStücke des ersten Theils kurz und bezeichnend ausgeführt hat, so gehen

49) AuSgg, von 1620 und 1624. Der 2te Theil „Liebeskampf" ist von 1630.