Band 
Dritter Band.
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Schauspiel.

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seinen sehr zahlreichen und nmfangsreichen Werken für einen ausdrück-lichen Verehrer Hans Sachsens, ist aber dabei mit aller gelehrten Weltbekannt, denn er hatte sich aus langen Reisen in Deutschland umgesehen;er hat sich aller weltlichen und geistlichen Stoffe bemächtigt, denn es istauch kein ausgezeichneter Theolog damaliger Zeit, den er nicht gehörthätte, und er predigt in fließenden Versen von der Dreifaltigkeit und derSchöpfung, von Gnadenwahl und Vorsehung, geht auf die ealvinistischenund anderen Streitigkeiten der Theologen ein, und hatte viele hundertPredigten geschrieben, getrieben vom Geiste wie Jaeob Böhme, er wußrenicht woher es ihm kam. Und hierauf eben bildete er sich das Meiste ein:ein Gedicht mit Kunst zu machen, sagt er irgendwo, möchte ihm mancherüberlegen sein, allein den theologischen Sinn darin unbezwungen zugeben, da schaffe die Kunst wenig zu, die Gabe Gottes müsse da Alleswirken und thun. Er hatte seinen christlichen Beruf in dem 84. Psalmausgefunden, da es heißt: Der Vogel hat ein Haus gefunden (nämlichden Altar Gottes), da er sein Nest baut. Von seinen theologischen Geg-nern ward er natürlich ein Wiedertäufer und Seetirer gescholten, aber erließ sich von ihnen so wenig in seinem Dichten und Treiben irren, wievon den Gelehrten, die ihm seine Schriftstellerei überhaupt verachteten;allezeit hatte er die Kohlen, wie er sagt, unter der Asche bereit^") und^ man soll ihm nur Verlag thun und Materie geben, so solle man einenzweiten Hans Sachs an ihm kriegen. Er verachtet alle wieder, die ihngeringschätzen und sieht sich seiner christlichen Erkenntniß wegen über allengriechischen und lateinischen Poeten schweben. Er ward, gehoben vondem Rufe, an den chursächsischen Hof, neben Ferber, gezogen (er warvon Geburt ein Würtemberger), und er erhielt sogar durch den oom68pal. Dr. Hantschmann die Poetenkrone! Im poetischen Adler (1623)beschreibt er den über Meer und Land geflogenen Adler, der sich etliche! Jahre kümmerlich unter den Gänsen gehalten, bis ihn endlich ein sürst-l licher Waidmann erforscht und zu einem chursürstlichen Jagdvogel an! sich gebracht. In dem heroischen Heldenblick des Markgrafen Dietrich zuLandsberg und Laußnitz (1624) sagt er, Deutschland habe wohl einenLuther, aber keinen Homer, einen Propheten aber keinen Poeten. Nun

100) Am Schlüsse der Wandersregeln (Jehna lk!9):

Thu einer Berlag, ich dicht so viel, mit Gottes Hnlff als er haben will,sol ein Hans Sachsen an mir kriegen, jetzt thu ich noch gar öde liegen,schreib mir einer ein Materi zu, er sol erfahren was ich thu,

die Kolen liegen noch verborgen gar unter der grawen Aschen fürwar.