Band 
Dritter Band.
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Weltliche Lyrik nach Opitz.

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Anreger der Stiftung dieser Gesellschaft, Johann Klaj (1616—56) warein Meißner, und neben dem Mitstister Georg Philipp Harsdörfer ausNürnberg (1607—58) und unter den ersten Mitgliedern erscheint auchgleich ein Echtester, Friedrich Lochner aus Oels. Die Gesellschaft ent-stand ein Jahr nach Zesen's Genossenschaft, 1644, bei Gelegenheit einerHochzeitfeier, wo Klaj und Harsdörfer mit Ehrengedichten um einenBlumenkranz streiten sollten, ein Anlaß, der sogleich an die alten Mei-stersängerschulen erinnert, obschon die italienischen Akademien, die Hars-dörfer kannte, und die fruchtbringende Gesellschaft die Vorbilder auchdieser Vereinigung wurden. Die Ausdauer dieses Ordens bis auf un-sere Tage, diese innere Festigkeit, verglichen mit der Lockerheit der übrigenSchwestergesellschaften, die sich alle nach der Erschöpfung des erstenStocks auflösten, deutet schon auf eine volksthümlichere Grundlage hin.Dieser Orden blieb hier eine Angelegenheit wenn nicht des Magistrats,so doch der angesehensten öffentlichen Charaktere; wie in früheren Zei-ten um Pirkheimer, so sammelten sich um die Volkamer und JngolstetterKünstler und Gelehrte in stetem Zuflüsse; die Vorsteher der Gesellschaftbilden eine ununterbrochene Reihe von einflußreichen Männern; derKern derselben bestand stets aus eingebornen Nürnbergern, die festeStätten zu regelmäßigen Versammlungen besaßen; innerhalb einzelnerFamilien pflanzte sich kastenmäßig die Dichtung fort, die sehr häufigblos geschriebene Dichtung wie die der Meistersänger blieb. So warJoh. L. Faber mit zwei Söhnen und einem Enkel von dichterischer An-lage; so auch der genannte Lochner gleichfalls mit zwei Söhnen undeinem Enkel, die sämmtlich in den Orden aufgenommen waren; so be-gegnen uns mehrere Fürer von Haimendorf, Ncgelein u. A. in der Ge-sellschaft ; so bemerkten wir, daß auch die Frauen hinzutraten. Wie sichdie Meistersänger früher an den einen Gegenstand der evangelischenDichtung hauptsächlich hielten, so hielten sich jetzt die Nürnberger andas Schäfergedicht, pflanzten gleichsam eine poetische Geschichte in dieserGattung fort und gaben ihr in ihrer Ansicht eine Art heiliger Weihe;daneben behielt die geistliche Poesie eine bleibende Stätte und auf sitt-liche Reinhaltung der Dichtung war man sorgfältig bedacht, so daß selbstein Birken systemansch gegen die heidnische Mythologie zu Felde ziehtund die Allegorie an deren Stelle zu heben sucht. Von der „Weltlichkeitund Sicherheit" der Hamburger Dichter ist daher keine Spur. Um aufdie Erzählung von der Stiftung zurückzukommen, so blieb der Streit umjenen Kranz ungeschlichtet; die Sänger begnügten sich mit einer Blumedaraus, und mit den übrigen entschlossen sie sich andere Dichter zu