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Dritter Band.
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Eintritt des Kunstcharaklers der neueren Zeit.

kann, kam alles aus die Form allein an, und darum leistete hier Italiennoch etwas, was eS auch sei, weil das Formelle der Sprache und derDichtung in Italien zn einer solchen Vollkommenheit überbildet ward,daß man in der Poesie mit musikalischer Anregung zufrieden war undder Gedanken und Sachen nicht mehr achtete. Für solche träumerischeGenüsse waren die Hirtensachen eben berechnet; die deutschen Schäfe-reien aber sind so roh hierneben, daß man den wachsten Verstand inpeinlichster Anstrengung erhalten muß, um nur auf Augenblicke in derLeetüre auszudauern. Wir wollen von einigen Stücken dieser Art einenBegriff zu geben suchen. Die Schäferei, welche die Entstehung des Or-dens gleichsam verherrlicht, ist die Tenzone von Clajus und Strephon,oder Klaj und Harsdörfer: Pegnestsches Schäfergedicht in den Berinor-gischen (Noribergischen) Gefilden (1644). Den Clajns führt sein Ver-hängniß und die Kriegsunruhe aus Meißen an die Pegnitz. Er hat hiergleich eine poetische Unterredung mit dem Echo, eine Spielerei, die Klajsogar in Vorreden und Zuschriften bringt, und er begrüßt Fluß undStadt mit Klingreimen. In dergleichen eingestreuten Gedichten ist allesfalscher Prunk und Zier. Hinter der ganzen Manier dieser Dichter ruhteine gewisse Ahnung von einem hohen Poetischen; sie wollen über denFrost von Opitz weg und wissen nicht wie; es ist wie eine stete Aufre-gung, die gesucht wird, und der doch die Schwerfälligkeit des VortragSEintrag thut. Diese Schwerfälligkeit soll hinter einer überladenen Prose,hinter einer Mannichfaltigkeit von erfundenen Beiwörtern, hinter eineranakreontischen Anmuth, hinter einem Fluß daktylischer Maße oder ono-matopoetischer Naturlaute versteckt werden und wird nur desto sichtbarerund beunruhigender. Auch in Opitzens Hercynia ist schon eine solcheAufregung in jener Stelle, wo die alte Zauberin eingeführt wird, gesucht,aber wie furchtsam nimmt sich dies aus gegen die wahnwitzige Pamelahier, welcher Clajus und Strephon begegnen, die sich für das unter-jochte Deutschland hält und in diesem Sinne singt und redet. Die Schä-fer kommen dann zu einer Drath- und einer Papiermühle, die besungenwerden. Schon vorher hatte man alle möglichen Augen- und Ohren-genüsse gehabt, man hatte Kartaunen rasseln und prasseln, Vögleinzwitzern und tiriliren, Waffen blinkem und flinkern sehen und hören.In diesen Mühlgesängen knackt und kracht, speit und spricht, brudeltund wudelt nun Alles in den Reimen. Die Schäfer gehen dann „durchvon der Vögel hellzwitschernden und zitschernden Stimmlein erhallendeWiesen, bei hellquellenden Springbrunnen hin, die durch das spielendeUeberspielen ihres glattschlüpfrigen Lagers lieblich plätscherten und