Weltliche Lyrik nach Opitz.
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klatscherten." Das Gerücht begegnet ihnen und redet sie in einem reim-vollen Gedicht an, zeigt ihnen den Tempel des Ehrengedächtnisses undden Garten mit seinen Kürbissen und deren Reimzeilen und Räthseln.Dann folgt der dichterische Wettstreit um eine von der Fama ausgesetztei Trompete in schweren Reimstücken, Buchnerisirenden (daktylischen) Ver-l sen, Rondeaur und allerhand Spielereien. Die Dichter erwarten den! Ausspruch des Gerüchts. — Gleich im folgenden Jahre 1645 erschieneine Fortsetzung dieser Pegnihschäferei von Floridan (Birken) und Klaj,in der unter anderm die Gründung des Ordens poetisch erzählt wird,obgleich der Hauptgegenstand der deutsche Krieg ist. Wichtiger aber istdie wachsende Häufung der Vers- und Gedichtarten, deren eine immerkindischer ist, als die andere. Da sind Springreime (Anapästen), Echos,
> Bilderreime, onomatopoetische Gedichte, die den Gesang der Vogel und^ die Laute von Thieren nachahmen sollen, um zu zeigen, daß die Thiere^ und Elemente deutsch reden. Da sind Rückreimläuse, zwei an sich reim-lose Strophen, deren zweite aber mit dem letzten Reim der ersten anfängti und so die übrigen Reime zurückführt. Dann Reimfolgerunge», Liederderen 8zeilige Strophen zwei Reimpaare jede in sich wiederholen, undMenglingsreden zur Verspottung der Sprachmischerei; Gesprächreimewo der nachsingende Hirt die Reime der vorgesungenen Strophe ge-braucht; dann eine Letterhäufung, ein Tetrastichon mit besonders vielenBuchstaben einerlei Art'^); endlich wird von Clajus die erste Hälfteeines zerrissenen Gedichtes über die Einsamkeit gefunden, mit der Neber-schrift: die Ein — Er meint, es behandele die Einfalt und ergänzt eshiernach; Montano findet die — samkeit und ergänzt wieder in eineranderen Meinung die vordere Hälfte!! Als dritten und vierten Theildieser kostbaren Pegnitzschäferei kündigt sich dieNymphe Noris(1650) an,von Montano d. i. Joh. Hellwig, eine Beschreibung von Nürnberg, wowieder ganz der Liebhaberei an Schilderest», Denkmälern und Aufschrif-ten, Allegorien, Kräuter- und Blumennamen, Nalurtönen und besondersBilderreimen voller Lauf gelassen ist; da reimen sie zweigipflige Par-nasse, Thürme, Nnßbäume, Reichsäpfel, Orgeln, Lauten, Schalmeien,Röhrbrunnen, Sanduhren, Ehrensäulen und alles mögliche!! Allediese neueren Gattungen von Versen und Gedichten wurden besonders
t78) Der kecke Lachengekk koaret, kreckt und qnakkt,
Des KrüpvetS Krükkenstvkk krokkt, grukkelt, hnmpt und zakktDes Gukkuks Gukken trotzt der Frosch und auch die Krükke.Was knikkt und knakkt noch mehr? kurz hier mein Reimgcsiikke.G-rv. d. Dickt. III. Bd. t!>
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