Weltliche Lyrik nach Opitz.
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Alles geistreiches und sinnreiches Spiel mit Vergleichungen, Unterschei-dungen und Deutungen; der Verfasser kommt auf alle die spielendenDichtungsgattungen zu reden, die in dieser Schule üblich waren. Aufkeiner verweilt er länger, auf keine kommt er häufiger zurück, als aus dasSinnbild und dieAllegorie. Beide sind der Mittelpunkt vonHarsdörfer'sDichtung, und ihre Beliebtheit in diesem Kreise ist für Nürnberg, dasdie bildenden Künste so sehr förderte und in seinen Spielsachen gleichsambis in das kindische Greisenalter der Ueberlebung hegte, ungemeincharakteristisch. Während anderwärts der Verband der Dichtung mit derMusik gesucht ward, so gilt hier die Malerei als die Zwillingsschwesterder Poesie, und in den Poetiken dieser Schule von Harsdörfer, Birkenund Omeis wird daher weitläufig von allen in das Emblematische ein-schlagenden Gattungen, von den Bilderschriften oder röims äe kiearäie,von Symbolen und Devisen, von Medaillen und der ganzen Jkonologiegehandelt. — Die emblematische Dichtung, die „Gemälpoesie" ist einZweig, der schon über ein Jahrhundert lang in Süddeutschland umging,ehe er nach Nürnberg verpflanzt wurde; Straßburg besonders hatte sichdarum bemüht. SchonBraut arbeitete in seinerFreiheitstafcl (im Anhangzu Strobel's Ausgabe des Narrenschiffs) in dieser Gattung. Dann sindwir Holzwact's Werke (emblomstum tyrooinia 1581) bereits begegnet,in welchem weltliche meist sprichwörtliche Sätze durch ein Bild und einebeigefügte poetische Deutung erklärt werden. Nicht viel später hat DanielSupermann in Straßburg diesen weltlichen Emblemen ganz in derselbenZurichtung geistliche zur Seite gestellt; er hatte deren einen großen Ver-rath von 1200 Stück, die er seinem alten Gönner Rudvlph II. schon1602 vorgelegt; 200 dieser „Gleichnisse, in welchen durch Vorstellungleiblicher Figuren gar schöne geistreiche Lehren vorgebildet werden", sind(Str. 1624. 28.) gedruckt worden und noch weitere in einem anderenMerke Sudermann's erschienen. Später beschäftigte sich auch Spangen-berg in seiner Bearbeitung von Mylius' Lustgarten (1621) in dieserRichtung, insofern darin die Sprichwörter, Gleichnisse und Sinnbilderausgeführt und erklärt werden, die von Bäumen hergenommen sind. Im17. Jahrh, dehnte sich dieser Geschmack dann weiter im Süden aus, mitDessen Malerei er eng zusammenhängt. Zinkgref gab sein Ansetzn hinzu,sindem er sich mit dieser Gattung beschäftigte in dem Werke emblomstumjoentui-ia (Fr. 1623), das alsbald nachgedruckt und noch, von Grefflingerimit französischen und deutschen Tetrastichen begleitet, 1681 in Heidelberg^wieder aufgelegt ward. In unsere geistliche Dichtung griff die Emblematie