Band 
Dritter Band.
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Weltliche Lyrik nach Opitz.

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und daher hörten wir ihn Opitz den Dichternamen verweigern. SeineVorliebe für das Bildliche und Sinnbildliche äußert sich nun, obwohlsie in alle seine Schriften, so selbst in Eine seiner Anekdotensamm-lungen (den Geschichtspiegel 1654) hereinspielt, vorzugsweise in zweiWerken. In Nathan, Jotham und Simson (1650—1) gibt Harsdörferin der Vorrede seine Theorie vom Lehrgedichte, d. h. von Fabel undParabel, bei der wir uns nicht aufhalten wollen; das Werk selbst bringtnach dem bezeichnenden Titel im Anhange (Simson» Räthsel in Tetra-stichen, die ohne den bildlichen Reiz der Räthsel des 16. und ohne denwitzigen der des 17. Jahrhs. sind; im Hauptinhalte Parabeln undFabeln, in denen nicht Thiere, sondern andere leblose Dinge eingeführt§ sind, und deren Bedeutung und Bezug von theils (Nathan) religiöschristlicher, theils (Jotham) allgemein sittlicher Natur ist. Dies Werk istin Prosa; in den hcrzbeweglichen Sontagsandachten (1649—52) auf. die Evangelien und Episteln dagegen treffen wir diese Parabeln in poeti-scher Form. Das Welk besteht zuerst aus prosaischen Gebeten, die unsnicht angehen; dann aus geistlichen Liedern, denen man den Laienansieht, die nicht Klaj'S Schwulst, aber wohl mitunter sein Reimgeklin-gel, nicht Dach's Innigkeit, eher Opitzens Trockenkeit haben, nur daßdie sinnbildernden Gleichnisse und der Auslug von mystisch-scholastischerüberschwenglicher Weisheit darin über Opitzens Horizont reichen. Derdritte und wichtigste Bestandtheil aber sind die Andachtsgemälde. Es sinddies nicht Alle eigentliche Sinnbilder, nach Harsdörfer's Theorie, indenen nothwendig Gemälde und Schrift einander ergänzen müssen. Essind im Gegentheil wie im Nathan oft nur Lehrgedichte, die theilweiseden Pinsel gar nicht vonnöthen hätten; dazu sollten die Gemälde überallmit Sprüchen der heiligen Schrift verbunden werden. Wir kommen hiernämlich wieder auf die Figuren und Evangelien, die wir in den Myste-rien kennen gelernt haben, lyrisch zurück. Der Dichter verbindet Be-- Ziehungen und Figuren des alten und neuen Testaments und ersinnt deren! aus eigenem Nachdenken. Es wird also z. B. ein Spruch aus Sirach.angeführt: ich bin aufgewachsen wie ein Palmbaum am Wasser, wieein schöner Oelbaum auf freiem Felde. Nun folgt ein Holzschnitt, einj Palm- und Oelbaum, die sich zu einem Thore wölben. Darunter die! Beziehung auf Math. 21, den Einzug in Jerusalem, mit den Worten:> Christus will mit seinen Wohlthaten durch die Siegs- und Friedens-° Pforte (deren Deutung die beiden Bäume haben) in unsre Herzen ein-»ziehen. Dann folgt eine „Vollführung" dieses Sinnbildes in Versen,) die wo sie etwas Verwickeltes auszulegen hat, eine Erklärung heißt.