Epigramme und Satiren.
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^ sind, denen man in dieser Gattung wie in dem Hochzeitgedicht allgemei-> nen Freipaß gab, weil man hier die große Autorität des Martial hatte: '- iasoivu est nobi8 psgina, vita pi-olla e8t, weil man das Beispiel derFranzosen (eines Anton de Baif) für sich anführen konnte, auch wohlweil man die Wahrheit des Cieeronischen Satzes spürte, daß das Obsrönedas Lächerliche verstärke. Opitz nahm den Muret, Scaliger, Martialu. A. eine Reihe von Epigrammen ab, setzte Sprüche aus Catv undAnakreon hinzu, und eigene Stücke, die oft mehr Sentenzen, witzigeGalanterien, artige Liebesseufzer, erotische Spiele ohne Stachel sind.Fleming, Olearius, Grefflinger und wie viele Andere haben alle schonvor Logau Sinngedichte gemacht. Auch v. Czepko schrieb acht Bücherkurzer satirischer Gedichte und eine große Masse von Epigrammen, zumTheil aus Martial und Owen entlehnt. Aus Owen hatte vor Löberschon Rist 1634 eine Parthie Epigramme übersetzt, Titz im Jahr 1643(Danzig) eine üoeile^H Ovomani ventiii-iu, und ihm nacheifernd eineandere Centurie aus Owen und Martial Simon Schulz aus Thorn(1644). Ein Mich. Fend aus Mannheim schrieb (Gotha 1647) 300Epigramme zum Lobe der „Schreibfeder." Eine kleinere, sehr selten ge-wordene, Sammlung hatte Logau selbst, dessen sämmtliche Ueberschristenzwischen 1637—53 gemacht sind, schon 1638 als Probe veröffentlicht'^),und diese fand ihrerseits wieder viele Plünderer. Im Jahre 1653—54kam dann Alles auf Einmal.
Valentin Löber (1620—85), ein Arzt in Bremen, übersetzte,nachdem er 1651 drei Bücher epiKramwatum Oveni als eine Vorarbeitvorausgeschickt hatte, sämmtliche Ueberschristen Owen's (Hamb. 1653),um den Ruhm der Kürze für die deutsche Sprache in Anspruch zu nehmen.Man kann nicht sagen, daß er die Schärfe und Deutlichkeit, die aus-drucksvolle Handgreiflichkeit der Owenschen Epigramme wieder gegebenhätte, doch darf er sich an Sprachgewandtheit mit jedem Deutschen da-mals messen, und Jeder wird Geschick und Kürze in seiner Uebersetzunganerkennen müssen. Das Werk ist auch darum wichtig, weil wir daraussehen, daß unsere Dichter damals ihren Begriff von Form und Inhaltdes Sinngedichtes weit mehr bei Owen als bei Martial holten, demeinzigen Epigrammdichter im Grunde, der seinen Sätzen einen eigentlichpoetischen Körper zu geben suchte. Von Owen's Epigrammen läßt sichihrer Beschaffenheit nach dasselbe sagen, was man über Logau's und alle
187) Erstes Hundert Reimensprüche Salomon's von Golaw.zweites Hundert ist angehängt.
BreSl. 1K38.2V*
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