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Dritter Band.
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Geistliche Dichtung.

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heimisch sind, mehr blos den innern Gang und nur im Allgemeinstenverfolgen, um mit einem Blicke in die geistigen Regungen dieser Zeitenfür die bisherigen Äußerlichkeiten zu entschädigen. Die Einwirkungen derneuen künstlichen Dichtung und die Wirkungen einer weitreichenden katho-lischen Reaction werden die zwei Hauptgesichtspunkte sein, aus denen wirdie sehr wesentlichen Veränderungen des Kirchenliedes in diesem Zeit-raume betrachten müssen. Eine Periode von bestimmter Farbe bei zwar denstärksten Schattirungen wird sich von selbst abgerundet vor uns gestalten,die ein künftiger Geschichtschreiber des Kirchenlieds nicht verkennen dürfte.

Wir brachen oben bei der Psalmdichtung ab und wollen eben daden Faden wieder aufnehmen. Die Uebersehungen des Psalters dauernnicht allein in dieser Zeit, sondern auch später bis auf Cramer fort, ohnejedoch jetzt noch die Bedeutung wie ehedem zn haben, als die Psalmennoch den Mangel an neuen Liedern ersetzen mußten. Opitz gab das Zei-chen, wie wir sahen, zur Einführung der neuen „geputzteren Reime" indie Kirchendichtung, und dies wandte gleich Johann Vogel in Nürnbergschon 1628 auf einzelne Psalmen an, die er in Alexandrinern langweiligübersetzte und denen er zehn Jahre später (Nbg. 1638) den ganzen Psal-ter folgen ließ. So hatte auch Buchholz schon die Psalmen zur Hälftenach der neuen Regel übersetzt, ehe er Opitzens eigene Uebertragung er-hielt, und erfand, daß seine Arbeit neben der des Meisters bestehenkonnte, weil er nicht nach den französischen Melodien, sondern nacheignen, nicht nach dem hebräischen Texte, sondern nach Luther's gereimthatte, so daß sein „poetischer Psalter David's (1640) ganz den alten sichanschließt, bis auf die genauer beobachtete Quantitätöregel. Eben diesenVorzug haben auch die zweimal 50 Psalmen David's (Königsb. 1638.43), die Georg Werner aus dem hebräischen Texte übersetzte; ihnenhört man die herzliche Liebe zum Gegenstand und überdieß die gute Kö-nigsberger Dichterschule an, als deren Mitglied wir den Verfasser, derDiaconus in Löbenicht war, schon vorübergehend nannten. In den 50erJahren werden dann die Psalmübersetzungen mit dem allgemeinen Auf-schwünge aller kirchlichen und übrigen Poesie wieder häufiger. Neu-kranz stimmte eine Anzahl auf die neue Singart (1650), die äußerstroh ausfielen; man wehrte sich in dieser Gattung noch oft gegen die un-tadelhaste Kunst, wie der Pastor Daniel Zimmermann in seinem Psalter(Musica sionia 1656) thut, da göttliche Sachen mit hohen Worten aus-zuthürmen in der Kirche nicht hergebracht sei, und da man bei der Be-wahrung des Wortes des heil. Geistes die Reinheit der Verse nichtallezeit beobachten könne. So ging auch Chr. von Stöcken, in allen seinen