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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.
der Prosaliteratur beschäftigten, die überhaupt mehr vom Süden aus-ging. Wien und Nürnberg waren die Hauptstätten der Uebersetzungs-kunst neben dem Kreise, der sich an Köchen anschloß; die Pegnitzer warenHauptbefördecer aller Prosawerke, die halbpoetische Form trugen; dasSelbständigere zwar mußten die Norddeutschen liefern. Die Romanewurden damals im 15. Jahrh, aus dem Französischen und Lateinischenübersetzt, wenig oder nichts Originales sahen wir darunter aufkommenund so ist es auch jetzt. Alles Fremde in dieser Gattung suchte man aufund übertrug es. das Selbsterfundene war besonders in der ersten Hälftedes 17. JahrhS. äußerst wenig. Auch damals mischte sich poetischeForm noch unter die Prosa, und ganz so seltsam und einsam damals dieversificirte Margrete v. Limburg stand, so jetzt der Ottobert von Hohen-berg. Damals kamen die Romane hauptsächlich von Frauen her, undauch dies wiederholt sich jetzt. Es ist bekannt, daß der historische Romanin Frankreich von den Damen Scudery, de la Force, und la Fayette mitso viel Erfolg behandelt ward. In Deutschland kommt diese Erscheinungerst im 18. und 19. Jahrh, recht zu Tage; damals machten die meistenunserer dichtenden Frauen nur Lieder; wenigstens würden wir es mehr«ls Ausnahme berühren, daß eine Leipzigerin I. L. V. A. in einemziemlich emancipirten Geiste die Uebersetzung von Assarini's Stratonice(Amst. 1666) angriff und übrigens sehr gewandt ausführte; daß dieStockfleth Theil hatte an dem Romane ihres Mannes, der Macacie(1669), und daß die Gattin Prasch's in Regensburg sich für diese Lite-ratur in einer kritischen Schrift (rellexions sue 1e» romsus 1684) in-teressirte. Die Beziehung der Romanliteratur auf das weibliche Geschlechtwird aber darin auch damals in Deutschland sichtbar, daß der Amadisund alle zunächst im 17. Jahrh, darauf folgenden Romane Frauen vonsehr hoherStellung gewidmet sind. Sie sollten die Beschützerinnen dieserviel angefochtenen Gattung werden.
Wir haben oben übersichtlich die Romanliteratur bis zum Ausgangdes eigentlichen Ritterromans geführt. Die Gränze bezeichnet der Ama-dis, dieser große CycluS von Prosaromanen, der in diesem Gebiete ab-schließt wie Ariost im Epos. Er war schon im 16.'Jahrh, in den 70erJahren in demselben Verlage theilweise übersetzt, wo auch das Buch derLiebe erschien, und 1583 kam er dort (Franks, bei Feyerabend) zusammen-gestellt in Folio heraus; das Interesse daran dauerte bis ins 17. Jahrh.:noch 1617 kam eine mit der letztgenannten fast gleichstimmende Ausgabe(in 8.) heraus. Damals fühlte man jedoch schon, daß die Art zu reden,die im Amadis vorherrscht, nicht mehr gebräuchlich und dunkel sei, und