Uebersicht der prosaischen Literatur.
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dieser Umstand trug nicht wenig dazu bei, den Geschmack daran plötzlichzu erschüttern, obzwar schon der Druck von 1583 diesen Roman mit den-selben Gründen vertheidigte, wie das ganze 17. Jahrh, die seinigen.Dem Schlüpfrigen darin sei mit der nutzbaren Lehre und Aufklärung derWelthändel das Gegengewicht gehalten; und dazu fügt die Ausgabevon 1667 zu, Verfeinerung der deutschen Sprache sei ein Hauptzweck derUebersetzung. Opitz selbst macht die Scheide des Geschmacks in diesemWerke. Er lobte es in seinem Aristarch, dem Werke seiner Jugend, instarken Ausdrücken; später aber spottete er über die Amadisleser, undaußer etwa Schotte! gibt es seitdem Niemanden mehr, der dem AmadiSdas Wort rede. Wie sehr sich die Bncholz, Lohenstein und andere andiesem Buche geschult haben, dennoch stellen sie sich ihm alle feindlichentgegen und trennen ihre Werke als eine ganz andere Gattung davonab. Der Grund dieser Feindseligkeit ist mehrfach. Erzählung ohneLehr-absicht schien man nicht mehr dulden zu wollen; Liebeswesen ohne alle-gorische Deutung ging nicht mehr hin; sittlicher Leichtsinn in Schil-derungen ohne ein offenbares Gegengewicht strenger ehrbarer Gesinnunggalt für gar zu verrucht. Peter Lauremberg in seiner aeeei-a pinl. istganz giftig dagegen und nennt den Verfasser einen Mahometisten.Logau, wie Bucholz, finden besonders die Wirkungen des Buchs aufdie Frauen all zu gefährlich. Es schärfe die Zunge, sagt Logau, aberstumpfe die Sinne, es überrede die Jungfraun zu dem was sie thunsollten durch das was nie geschehen sollte. Der Worte goldner Glanzhabe Gift zum Grunde, es sterbe dadurch die Einfalt hin, und einesolche Klugheit werde erweckt, vor der die Keuschheit Grauen hat. Ausvem Meister geiler Lüste lerne man einen Sinn, der auf Ehre aus demUnehrlichsein hofft, der als erlaubt voraus annimmt, was nicht erlaubtist. Vor Zeiten sei es genug gewesen, wenn die Jungfern erzählten,was die Kuh gab und der Pflug erwarb, die Junker vorn grünenTannenbaum und Lindenschmied sangen, jetzt aber sei die Heldenzeit,jetzt herrschen solche Sinne, die nicht im Grase gehen, die auf den Zinnender Würde stehen, in denen Muth und Geist von nichts als Krieg undMannheit redet, von (jlouitoisie und O-me^iren der Damen. DieseStimme, sieht man man wohl, geht noch im Sinne der Volksmännergegen die höfische Erziehung an, die nun bald wieder mehr vertheidigtwird; denn darin suchen die Romanschreiber späterhin gerade einen Vor-zug ihrer Werke, daß sie von adligen Sitten handeln und solche lehren.Die Stimme der Zeit geht aber auch gegen das Unwirkliche und die reineErdichtung an, die für Lüge galt. Darin liegt die innere Nothwendigkeit