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Dritter Band.
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384 Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

des Ueberganges von Roman zu Geschichte, wie er in den gnomischenZeiten auch geschah, deren Aehnlichkeit mit der jetzigen wir in so vielenPunkten fanden. Wenn man damals die Kaiserchroniken und Reim-geschichten mit noch so viel weit thörichteren Erfindungen, als in denRomanen waren, ausfüllte: geschah es nur unter geschichtlichem Namen,so war Alles gut. Und ähnlich ist es hier. Auf Lohenstein's Hermannist Alles mögliche gehäuft, was man nur erfinden könnte; allein wennnur nachgewiesen wird, daß z. B. die Sage von einem gewissen unbe-kannten Hörne von nnnnterscheidbarem Stoffe (im ersten Buche) sich voneinem Grasen Otto von Oldenburg wirklich erzählt findet, wenn nureine Geschichtsquelle zu der Erfindung da ist, so wird das so angesehen,als ob dieser Erzählung das Fabelhafte genommen wäre. Nur daseigentlich Wunderbare wird nie mehr zugelassen; dazu hatte das Ge-schlecht alle Phantasie verloren. Buchest; daher stößt sich besonders imAmadis an den Bezauberungen, die ihm theils närrisch, theils gottlosscheinen. Wenn auch nicht Alles geschehen ist, was die Romane jetztaufnehmen dürfen, so muß es doch so, wie sie es erzählen, geschehensein können. Das Wahrscheinliche, nicht mehr das Wunderbare, solljetzt die Seele des Romans werden; es soll in der Welt sein Vorbildhaben, was erzählt wird, und diese Forderung mußte natürlich den altenRitterroman zerstören, dessen Endschast wir daher gleichsam jetzt erleben.Man sieht also, wie das Ertahrungsmäßige, als die Quelle aller Lehreund Weisheit, auch in diese ersten Romane von nun an eingeht, ebendas, worauf Simplirius seine Erzählung, Moscherosch seine Satire,Schupp und Weise ihre Weisheitslehre gründen. Nur in der Form läßtman das Wunderbare in sofern zu, als man eine Schäfer- und Ritter-welt, welche die Wirklichkeit nie kannte, etwa noch erträgt, jedoch nurals allegorisches Kleid. An der Stelle des Wunderbaren tritt höchstensein gewisses Ungewöhnliche, durch Verwicklung und Lösung Ueber -raschende in den Gang der übrigens natürlichen Begebenheiten. DieseWendung gab Calpcenede den Dingen in Frankreich gleichfalls, wo sichnachher die Phantasie durch den plötzlichen Uebersprung in das Feen-mährchen an dem kalten Geschichtsroman rächte.

Es dauerte sehr lange, bis man sich in Deutschland zu eigenenVersuchen entschloß, während man ein halbes Jahrhundert in Ueber-setzungen solcher Ritter- und Schäferromane von lehrhafter Färbung,solcher Geschichtsgedichte und Gedichtgeschichten, wie sie von Birken undvon Anton Ulrich genannt werden, wetteiferte. Eines der ersten Werke,das neben dem Amadis Epoche machte, sind die übersetzten bergeries äe