Uebersicht der prosaischen Literatur.
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oder seiner Zeit ausgehend — Alles macht einen so ungeschlachten Wustaus, daß man schon große Freude an aller Art Schnurrpfeifereien habenmuß, um nur diesen zu Gefallen, für die diese Werke allerdings einegroße Fundgrube sind, sie durchzublätteru. Wenn man von dem Sinn-losen und Neberfichtslosen der Schriflstellerei dieser Zeiten ein Zerrbildhaben will, so muß man Abraham's Judas den Erzschelm (1686) durch-lebn, wo wir eine apokryphische Geschichte des Judas Jscharioth haben,die in andern Händen ähnlich wie Zesen's oder Meier's biblische Romanewürde geworden sein, in der aber, wie sie bei Abraham ist, der erzählendeTheil auf vier Seiten auszuziehen wäre, während das Ganze vier Quart-bände ausmacht, die mit lauter Ausschweifungen gefüllt sind, gleichsammit eben so vielen Predigten, als ihm die Kapitel dieser Schelmenbio-graphie Stoffe darbieten. Die Stellung des Paters erinnert uns an denPfaffen von Kalenberg, der ehedem an eben diesem Orte, in Wien,unter den ersten die Rolle des geistlichen Hofnarren gespielt hatte. Aberdie ganzen Zeiten hatten sich nun so gestaltet, daß die Narren hinfortnur noch als eigentlich Verrückte gehalten wurden, und daher ist auchdiese Rolle jetzt widerlich, wenn sie einer frei spielte. Dem historischenBetrachter der Welt ist der Satz: Alles hat seine Zeit — nicht alleinErfahrungssatz, sondern auch Lehrsatz und Vorschrift: Alles soll seineZeit halten; und ob zwar die Bewegung und Reibung der geistigenWelt darin ruht, daß gegen diese Lehre gesündigt wird (indem das Ge-heimniß menschlicher Verschiedenheiten und die Verwirrung aller geistigenDinge darin steckt, daß sich die Entwickelungsstufen in Individuum,Familie, Stadt, Stamm, Volk und Menschheit durchkreuzen und unüber-steigliche Klüfte bilden) so ist doch des Historikers Neigung stets auf denFortschritt gestellt, und er kann, wo so offenbare Rückschritte sind, niewünschen, daß man der Kuriosität halber auf solche Schmierereien weiterhinweise, wie die des Pater Abraham ohne Ausnahme sind.
So rathlos die Bestrebungen der protestantischen Gebildeten diesesJahrhunderts vielfach waren, so werden sie doch neben solchen Erschei-nungen höchst ehrenwerth, und wenn wir zwar auch in protestantischenAutoren wie Joh. Prätorius n. A. einige Anlagen zu dieser Abrahami-schen Manier finden, so sind sie doch nirgends in der Weise gepflegtworden, wie bei diesem Vielschreiber. Abraham weist uns auf die Jesui-ten zurück, als woher alles Heil gekommen sei und kommen werde; vorhundert Jahren, sagt er, habe jeder Michel »ikil verstanden und die 7Todsünden seien damals mehr umgegangen, als vie 7 freien Künste, zuselbiger Zeit sei muss geneisis »eutrias gewesen und ignorantia schier