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Dritter Band.
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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

Aeneris eommunm: nun aber finde man allerseits gelehrte Leute, die aberfast Alle das vea grstias den Jesuiten zu geben hätten. Unsere Prote-stanten weisen uns natürlich andere Wege. Schupp ist gerade darumden Jesuiten abgesagter Feind, weil alle ihre Weisheit unfruchtbar unddem Leben nutzlos ist, und was sie eben gerade für die freien Künstegethan, fordert er sie nachdrücklich auf ihm nachzuweisen. Ueberall istSchupp auf das Praktische ganz gerichtet, selbst in Bezug auf seine Theo-logie sagt er, daß er dafür mehr von Laien, in der Büttelei und vonVerbrechern gelernt habe, als von Gelehrten. Die ganze Schule mensch-licher Erfahrung, die weite Welt, nicht die enge Lehrschule, ist ihm derSchauplatz, wo wahre Bildung zu holen ist. Dies ist die Grundlehredieser Zeit. Brant hatte gesagt: lerne dich selbst kennen, und sein Spruchcharakteristrt jene innerliche Zeit; Schupp und seine Zeitgenossen predi-gen : lerne die Welt kennen, und dies ist dieser äußerlichen Zeit eben sogemäß. Schupp aber weiß dabei wohl, daß freilich in der Weise, wiedie Abenteurer und Reisesüchtigen dieser Zeit die Erfahrung der Weltmißbrauchten, diese eher zum Nachtheil als zum Vortheil gereichenmußte. Er hält daher ein Gegengewicht, indem er zugleich auf sittlicheund religiöse Grundlagen dringt, auf die Liebe Gottes zurückweist, undin seinem Regent.enspiegel zugleich praktische Weisheit aus dem Leben zuschöpfen räth und aus der Bibel lehrt. Eine streng christliche Richtungwird neben der weltlichen eingeschlagen; was wir bei dem Freidankneben einander gefunden haben, finden wir hier wieder. Dort war esdas Sprichwort, was die weltliche Seite aussprach; im Thomasin wares die natürliche Philosophie der Alten. Diese natürliche Philosophieder Alten wollten ja die Volkönarren im 16. Jahrh, gleichsam carrikirtwiederbringen, das 17. Jahrh, setzte leise das Hervorheben eben dieserpraktischen Lebensphilosophie fort. Schupp weist ausdrücklich von dermüßigen Philosophie der Disputanten zur Sokratischen hin, damit dieTugend ihren Werth behalte, und die Elendigkeit der Welt verbessertwerde; und was nicht dahin zielt, dünkt ihm nicht eines Hellers zuschätzen. Diese menschliche Weisheit soll aber, wie gesagt, im Leben selbstund unter Erfahrungen sich ausbilden, eben da, wo sie nach jener ironi-schen Schilderung des Erasmus der Narr des 16. Jahrhs. suchte, ebenda wohin der Neusüchtige dieses Jahrhunderts strebt. Dieselbe „Sicher-heit" hatten wir ja auch in jenem Narren, wie in diesem Neusüchtigen,denselben Mangel an Religion und an Tugend gefunden, dieselbe Gleich-gültigkeit gegen alle Sittlichkeit. Hier müßte man aus das Kapitel vornSoldatenleben beiMoscherosch zurückgehen, um das Unmaß derSicherheit