Drama. Höhepunkt der schlesischen Poesie.
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daß in den 40er Jahren Johann Klaj als ganz neuer Schöpfer desSchauspiels auftrat, in einer Weise, die mit der früheren keine entfernteAehnlichkeit mehr hat. Mit dieser äußeren Veranlassung zur Störungdes Volksspiels traf dann eine andere innerliche höchst merkwürdiger-weise zusammen. Gleichzeitig mit dem Kriege trat Opitz und die ganzegelehrte Dichterzunft hervor. Sie fanden einen verlassenen Platz undbesetzten ihn ohne Mühe und ohne Kampf. Die Art und Weise gerade,wie Opitz die Gattung des Drama's aufgriff, bedurfte der Bühne garnicht, ohne die das Volksschauspiel nichtig war. Für Opitz war dasSchauspiel unter vielen Dichtungsformen eben nur eine Form. Es wärewunderbar gewesen, wenn er, trotz seines Unvermögens selbst ein Dramazu machen, nicht auf das Drama verfallen wäre. Er suchte blos Re-geln und Formeln; das Schauspiel aber ist die Dichtungsgattung, dieformell am schärfsten ausgebildet ist, und für die tausend Regeln undMuster vorlagen. Ein nach diesen Gesetzen zugerichtetes Stück war fürOpitz schon auf dem Papiere etwas Großes und bedurfte für ihn derAufführung so wenig, wie sein Lied des Gesangs bedurfte. An demEpos verzweifelte er ganz, für das Schauspiel aber, für das im Latei-nischen neuerer Zeit nach seiner Ansicht wenig tüchtiges, und im Deut-schen durchaus nichts geschehen war, that er doch etwas in Uebersetzun-gen. Er übertrug 1635 ein italienisches Schauspiel mit Chören, Judith,und schon 1627 ein schäserliches Singspiel, die Daphne von Rinuccini.Wir rühmten oben die Treue der Opitz'schen Uebersetzungen; in dieserDaphne brachte er allerdings den Anschluß an das Original noch nichtso weit, wie die spätern Hamburger Operndichter, daß die italienischeKomposition von Peri hätte beibehalten werden können; Schütz inDresden mußte sein deutsches Werk besonders componiren. Mit diesenWerken von Opitz nun ging es wie mit allem anderen, was er angegebenhatte; eine Fluth von Nachahmungen gab seinem ersten Anstoße Nach-druck. Italienische Singspiele, seneeaische Trauerspiele, geistliche Schau-spiele mit Chören und Schäferstücke wurden die allgemeine Losung.Wer Opitz überhaupt folgte, folgte ihm auch hier. Rist gab in Ham-burg mit am ersten das Zeichen, denn dort waren die Aufführungennicht so unterbrochen worden. Wir hören schon vor Rist's Auftreten voneiner Tragikomödie vom Frieden und Krieg von Ernst Stapel in Lemgo,die 1630 schon in Hamburg aufgeführt ward; neben Rist schrieb eben dortHermann H. Scheren 1638 eine Waldkomödie, oder dramatische Schä-ferei von Daphnis und Chrysille, die in dem eingeschobenen „Bauernauf-zug" an die Hibaldeha Comödien zurückerinnert; Rist's Perseus ward