Band 
Dritter Band.
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Drama. Höhepunkt der schlesischen Poesie.

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alles still; über der Verzögerung und Vollstreckung des Urtheils schlagensich die Wachen zu Michael, man steht aber nicht recht wie und warum;dem Leo erscheint der Geist eines Patriarchen, der ihm wegen seiner ge-waltsamen Thronbesteigung, die außerhalb des Stückes liegt, seinen Un-tergang anzeigt; und im 4. Acte ist eine Beschwörungsszene, die sästganz aus dem antiken Anstrich herausfällt, und in der noch einmal Leo'sFall geweissagt wird. Im 3. Acte wird dann der Aufstand, die Ermor-dungs Leo's, der Sieg der Rebellen berichtet, ein Ausgang, der nichteinmal das moralische Gefühl befriedigt. In der Kalharine von Geor-gien (1647) haben wir den Sieg christlicher Beständigkeit in einer Mär-tyrin dargestellt, deren übermenschliche Kraft uns nicht fesseln kann.Schach AbbaS wirbt um sie, seine Gefangene; sie zieht den Tod der Ehemit ihm vor. Das Stück ist besser gebaut, die Handlung schreitet vor,so leer sie auch ist. Mit weitläufigen Erzählungen über Georgiens Lageund Katharinen's Leben ist diese Leere ausgefüllt; sie haben aber wenigoder nichts für das gegenwärtige Interesse des Lesers. In diesem Stückeist der Monolog des Abbas im 2. Acte und die Unterredung mit Sei-nalcan vortrefflich angelegt, kein anderer Dichter der Zeit wäre zu etwasdergleichen fähig gewesen. Die Beschreibung der Martern der Katharineim letzte Acte ist voll Empfindung, aber zu gräßlich; noch ließen wir sieuns vielleicht gefallen, wenn nicht gleich nach der Beschreibung sich nochdie Scene änderte und uns Katharinen noch in letzter Pein auf dem Holz-stoß zeigte. — Carl Stuart ist eigentlich als politisches Stück anziehen-der, denn als dramatisches Kunstwerk, denn es ist von sehr schwacherAnlage, was ein Blick in Tiek's Analyse des Stücks'^) zeigen kann.Was am meisten in die Augen fällt, ist im 2. Acte die göttliche Ansichtvon der Hinrichtung des Königs in dem Munde der Geister, in dem 3.der Gegensatz der engen Weisheit menschlicher Erörterungen und poli-tischer Verhandlungen. Auch die Absicht zu charakterisiern tritt in diesemStücke deutlich vor: eS ist versucht das puritanische Wesen darzustellen,die Bosheit in das Kirchenkleid versteckt und die Raserei im Heiligen-scheine; so ist in Fairfar ein gutgewillter Mensch von beklemmter Seelegezeichnet. So wenig Beides geglückt ist, so ist doch vielleicht die bloßeStellung der Aufgabe ehrenwerth. — Im Papinian (1639) ist mehrHandlung, sie ist aber wunderlich zersteut und ungeschickt geordnet. Dererste Act lehrt uns blos Papinian's gefährliche, hohe Stellung kennen.Im 2. beginnt ein ganz neues Stück: Bassian mordet den Geta. Geta's

339) Im 3» Bande des altd. Theaters.