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Dritter Band.
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Drama. Höhepunkt der schlefischm Poesie.

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in dessen Gesellschaft sie den Prinzen Antiochus im Haine aussucht, nach-dem er den Purpur abgelegt und den Parasol mit dem Schäferstab ver-tauscht. Dem Antiochus schenkt sie aus seine Bitte das Lamm, er küßtihr dabei etwas frech die Hand, singt klägliche Ritornellen, fällt in Ohn-macht und Krankheit. Mehrere Ballette sollen ihn trösten, über derenAufführung Seleurus (man erfährt erst hernach warum) etwas toll wird,was mit einer ungeschickt eingeflochtenen Episode zusammenhängt, dienur da zu sein scheint, um etwas Grausames zu haben. Als hernachdie Liebenden verbunden werden, sieht man zum Schlüsse in einemTableau das Paar mit verschränkten Armen in einem Bette liegen,welches leuchtende Cupidines unter gesungenen Ritornellen mit Blumenbestreuen. Das Stück steht also ganz mit dem Einen Fuße auf Lohen-stein's reinem Trauerspiel, mit dem andern in der Oper und dem Ballet,und gibt den Nebergang vortrefflich an. — Aehnlich ist'ö mit A. vonHangwitz^'0), einem Lansitzer, der sich an das Theaterwesen in Dresdenanschließt, und dorthin den Uebergang uns eröffnet, wo ein Verwandtervon ihm Hosmarschall war. Seine Trauerspiele, Maria Stuart (1683)und Soliman (1684), ein Stück das den gleichen Stoff mit Lohenstein'sIbrahim Bassa laus Zesen's übersetztem Romane Ibrahim und Jsabelle)behandelt, sind zwar reine Tragödien in Lohenstein'scher Manier, nurnicht so hochrednerisch. So hatte er auch einen Wallenstein auszu-arbeiten vor, der diese beiven Tragödien ausstechen sollte. Allein er hatauch schon Pariser Ballette für die Dresdner Bühne zugerichtet, wo der-gleichen Unterhaltungen hoch im Schwange waren.

Indem wir hier aus Schlesien demDrama nach der Lausitz, Sachsenund Thüringen nachgehen, bietet sich von selbst Gelegenheit, uns desOertlichen auch in der Geschichte des Drama's kurz zu erinnern. Wirfinden es an denselben Orten und in den nämlichen Verhältnissen wiedie Lyrik. In der Schweiz haben wir einen Josua Wetter, von demin den 50ec Jahren ein Karl von Burgund und die Horatier undCuriatiec in St. Gallen aufgeführt wurden, und anderes nur ganz ver-einzeltes Dramatische. In Straßburg, am Hof von Stuttgart undHeidelberg treffen wir gleichsam, wie in der Lyrik, auf rohe Trümmer;die Stücke der Clauß, Michael Schuster und Laurenz Beger, die sich andiese drei Orte nach der Reihe anknüpfen, können in keinerlei Betrachtkommen. Nürnberg liegt im Süden wie allein; nur nach Wien hin,

250) v. Haugwitz, podeoinus poetjeus. Dresden 1684.