Drama. Höhepunkt der schlesischen Poesie.
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durch die Theologen über die Zulässigkeit der Oper. Der bekannte AntonReiser schrieb 168 k eine Theatromania, und stellte die Oper als einWerk der Finsterniß dar. Dagegen schrieb Christoph Rauch eine Thea-trophania zur Vertheidigung der christlichen Opern. Ihn fertigte Reiserwieder in dem gewissenlosen Advokaten (l682) ab; wieder gegen ihnschrieb dann der Pastor Elmenhorst eine Dramatologie (1688) und strittfür die neuere Oper, die sehr verschieden von der alten heidnischen sei;und noch Schott selbst schrieb 1693 vier Bedenken von Opern. Die Fa-eultäten in Wittenberg und Rostock mußten diesen Streit erst zn Gunstender Oper entscheiden, die vielfach sich an christliche Stoffe hielt, um sichzu behaupten, bis sie nachher sich so gesichert fand in dem allgemeinenBeifall, daß Feind schon gegen die geistlichen Opern überhaupt war, dieder Gottesfurcht wenig hinzuthäten und dem Schauspiele viele Schön-heiten entzögen.
So gewaltig dieser Eifer war, so glänzende Früchte er zu verheißenschien, so war doch die ganze Blüte der Oper eine verfrühte. Sie hattejetzt ungefähr die Periode, welche das Schauspiel zu Ayrer's Zeit hatte.Von den Kompositionen zu sprechen, gehört hier nicht hin; die Terteauch sind zu sehr abhängige- Poesien, als daß sie in einem Geschichts-werke über Dichtung erwähnt werden könnten. Nur der allgemeine Ge-schmack, der sich darin kund gab, könnte uns interessiren. Was waraber von einer Gattung zu hoffen, wo jeder Stümper Hand anlegte,unter denen sich die Postel und Feind wie glorreiche Erscheinungen her-vorhoben, blos weil sie in ihren Terten ein wenig mehr poetischen Tonund Berechnung auf das Gefühlvolle zeigten, wie es der Musik zusagt.Dafür gab es wieder zehn Andere, die Staatsmarimen, Mandate undSchulmoral in Arien absingen ließen. Feind gibt es selbst an, daß wir-ket dem großen Reichthum an Opern arm seien, und er nennt die Zeitdas sterbende Säculum der Poeten. Die heroische Oper verleidete bald;man wollte nur leichte und komische Opern sehen, da doch das Komischeder Musik so sehr widerstrebt, weßhalb auch Bach die Hauptursache desVerfalls der Tonkunst eben dem komischen Singspiele zuschreibt. Undwieder in diesen niedrigen Stücken durste der Hanswurst oder irgend einekomische Figur, und sei es ein Jude oder Schornsteinfeger oder einSchulfuchs, niemals fehlen. Bären und Monstra wurden brummend,nicht singend, eingeführt und jede neue Erfindung dieser Art ward bewill-kommt, so albern sie war. Bald war man in Hamburg an allen Götter-fabeln und dergleichen gesättigt, man wollte keine Oper mehr ohneHarlekin sehen, und Feind sagt, er kenne da nicht 20 Personen, die ein