Drama. Höhepunkt der schlesischen Poesie.
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geistlichen Hymnen'^) sogar ist eine Art von scenischer Abtheilung undEinrichtung eingegangen. Er hat für die Königsberger Schüler einigeStücke geschrieben, von denen zwei, Jnnocentia und Phönizia, die StoffeShakespearischer Stücke, v>on Cymbelin und viel Lärm um Nichts, be-handlet!. Gesangstücke, operuartige Maße, mythische Figuren kommendarin vor wie in den Operm. In seiner Andromada ist Alles Schauwerk,der ganze Kampf des fliegenden Perseus und die Verwandlung desDrachen geht auf der Bühme vor. In dem Prinz Tugendhold sind soviel Pickelhäringsspäße, allegorische Zwischenspiele, Furien, Höllenchöreund Coulissenwerk, daß man sieht, selbst die Schulstücke wollen diesesZierrath's nicht mehr entrathen.
Wenn die Oper bei diesen Eigenschaften, fast mitten in ihrem bestenLeben abstarb, so ist dies wohl kein Wunder. Wir bezeichnen diesenVerfall mitten in dem Flor mit dem Abfalle zweier Hauptstützen derOper selbst. Postel, der unbestritten unter den Operndichtern oben ansteht (wie er sich auch z. B. in seinem Meisterstücke, der Jphigenia, sehran Euripides anhält) verlor durch Schott's Tod alle Lust an diesemZweige, feierte des großen Protektors Hingang mit einem Stücke, derTod des großen Pan (mit welchem Ehrennamen Lohenstein den Hoff-mannswaldan benannt hatte und der seitdem ein Modetitel ward), undnach diesem wandte er sich ab und ging zum Epos über, wo wir ihnspäter wiederfinden werden. Neben Postel aber wandte sich auch Hunoldreuig und aus moralischen Gründen ab. In der Vorrede zu Neumeister'sPoetik (1707) erklärt er, nachdem Geschmack der Welt Opern aufzu-führen, fei eben so rühmlich als tadelhaft, eben so schön als ärgerlich.Er behauptet, daß in den meisten Hamburgischen Opern etwas widerAnstand und christliche Sitte sei. Er klagt sich selbst der Aergernisse andie er gestiftet; er hält sie nicht für gutgemacht durch die guten Grund-sätze die hier und da vorkommen. Dem Lob der Keuschheit im Mundeeiner Opernsängerin widerspräche Alles in Bewegung und Gebärde.Hierin hatten sich in der That die Sitten sehr plötzlich geändert. Dennwährend man sonst die Frauen nur von Männern hatte spielen lassen, sobrachte die Oper des Gesanges wegen das Bedürfniß, daß Frauen spiel-ten, und diese erschienen dann im unanständigsten Anzüge. Hunold also
S5S) Belustigung bei der Unlust. Stettin I68Z. 2 Theile. In dem 2. sind seineSchauspiele. In seinem Cypreffenhain und Lustquartier (1694) wie in seinem Lorbeer-hain <1700) sind Unmassen von Gelegenheitsgedichten niedergelegt. Auch einen Roman„Surbosia" (IK7K) hat er geschrieben, den wir nicht kennen.
Gero. d. Dicht. III. Bd.
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