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Dritter Band.
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Anfänge der Polemik, n. s. w.

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Dichter zum Lachen zwänge und damit häßliche Grimassen schnitte.Und so sührt von diesem aus der Postcommissarius Chr. Fr. Henriciin Leipzig, den wir schon im Schauspiel als vermittelnd zwischenWeise und Geliert nannten, in dem rohen Humor und elenden Witzeseiner fünf Bände Gedichte (1727 folg.) in die Gottsched GellertscheZeit hinüber.

Besonders zwei Männer sollen uns diesen Uebergang noch kurz an-deuten, und der Eine zugleich einstweilen erklären, warum Gottsched alsein Gegner von Weise erscheint. Der Eine Erd mann Neumeister(1671—1756) aus Thüringen, der seine Bildung in Leipzig gehabthatte, nachher in Weißenfels durch seine geistlichen Poesien bekannt wardund später nach Hamburg und in Verbindung mit Hunold kam, warWeise's eifrigster Anbeter, sah einen Acistophanes in ihm wiedergeborenund rechnete es ihm hoch an, daß er in der poetischen Rede ohne Strau-cheln wie in der prosaischen einherschreiten gelehrt hatte. Seine Urtheilelernt man am besten in der bekannten lateinischen Dissertation über dieDichter des 17. Jahrhs. kennen und man wird da bestätigt finden, wiesich die Weisianer meist mit Hoffmannswaldau besser stehen als mit Lo-henstein, wie überhaupt keiner von ihnen Weise's Folgerichtigkeit im Ge-schmack und Urtheile besitzt. Neumeister verträgt sich mit dem Verschie-denartigsten; er hat die Sticheleien auf die Süddeutschen abgelernt; er,hat sich manches volksmäßige, satirisch-treffende Urtheil angeeignet; erfällt aber zwischenunter die abgeschmacktesten Urtheile selbst und ist imStande den Christian GryphiuS über seinen Vater zu setzen, und kanngemeinsame Sache mit einem Hunold machen! Dieser hat Neumeister's„allerneueste Art zur reinen und galanten Poesie zu gelangen" 1707 her-ausgegeben. Hier theilt er seine Gedichte, die von ähnlichem schlechthumoristischem Anstrich sind wie Hunold's, in dem Rahmen der Theoriemit, und man traut seinen Augen nicht bei der tiefen Erbärmlichkeit undNiedrigkeit dieser letztem^). Dies ist um so wunderbarer, als er so

27t) Gleich vorn heißt es, nach Weise, es komme Nichts auf die Regel, Allesauf den geiuus gootiou« an. Obgleich dieser nicht immer bereit sei, so gäbe es dochMittel ihn zu carressiren. Manche thäten dies mit Wein, mit Tabak, Spaziergänger:;einen kenne er (Canitz), der seine Verse nur bei dem geheimen Bürgermeister mache,wo man mit niedergelassenen Hosen Audienz hätte, und seine Verse stänken nicht. DasBuch selbst handelt dann von Sylben, Füßen, Reimen, Scanfion, Construction, Ver-sen und vom sl^lo i-eortativo. Dann folgen die poetischen Gattungen folgendermaßen:von großen alerandrinischen Gedichten, von großen trochäischen, daktylischen und ge-mischten Gedichten, von Heldenbriefen, Oden, Arien, Pindarischen Oden, Madrigalen,