Band 
Erster Band.
Seite
96
JPEG-Download
 

Essek Besitz, ohne einen Schuß zu thun. 52 Geschütze hattendie Türken in diesem wichtigen Platze zurückgelassen. Die Be-satzung von Valpo hielt sich jetzt sür verloren und capitulirtegleichfalls. Dünnewald ließ die Schiffbrücke bei Essek, so wiedie Verbindung mit Sicklos und Fünfkirchen herstellen, versah Valpound Essek mit Besatzungen und setzte sich gegen Slavoniens Haupt-stadt, Posega, in Marsch. Sein plötzliches Erscheinen vor derselbenerregte solchen Schrecken unter den Türken, daß sie die Stadt inBrand steckten, und sich eiligst über die Save zurückzogen. Inwenigen Tagen unterwarf Dünnewald hieraus ganz Slavonien.Trotz der vorgerückten Jahreszeit beschloß er einen Versuch aufdie Festung Gradiska zu unternehmen, um den künftigen Fcldzuggegen Bosnien von hier aus desto sicherer zu beginnen. Seinegegen Gradiska abgesendete Vorhut fand jedoch diesen Punkt sostark besetzt, daß er, weil sein Corps durch die vielen Besatzungen,welche er in den eroberten Städten und Schlössern zurückgelassenhatte, allzusehr geschwächt war, diesen Plan aufgeben mußte undnunmehr Winterquartiere bezog.

Inzwischen war der Herzog von Lothringen am 20. Augustmit der durch Dünnem alds Entsendung um 14 Regimenter ver-minderten Armee von Mohacs aufgebrochen; am 24ten traf er zuBaja, auf dem linken Donauufcr, am29ten zu Erdöd ein. Eugen,welcher um diese Zeit von Wien wieder.im Hauptquartier an-langte, brachte den Befehl, die Armee solle ihren Marsch nachSiebenbürgen fortsetzen, und dort Winterquartiere beziehen. Am23. September traf die Armee bei Szvlnok an der Theiß ein,nachdem auf dem Marsche dahin den Regimentern von Ofen ausdie nöthige Rekrutenzahl zugesendet worden war. Am 25ten und26. September ward die Theiß überschritten. Da Fürst ApaffySchwierigkeiten machte, die Kaiserlichen den Winter über in seinemLande unterzubringen, so rückte der Herzog von Lothringen am19. Oktober vor Clausenburg, ließ die Thore mit Gewalt öffnen,und legte zwei Regimenter als Besatzung in diese Stadt. DesHerzogs unumwundene Erklärung, jede Widersetzlichkeit werde vonihm als Kriegserklärung betrachtet werden, machte hier der Ab-neigung der siebenbürgischen Stände ein Ende. In Folge einesam 27. Oktober abgeschlossenen Vertrages mußten die volkreichsten