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Erster Band.
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Das deutsche Volk iu seiner Verbreitung über die Erde.

Gottesdienst seit 1846 von dem preußischen Eesandtschaftsprediger besorgt wird. 1845wurde von der Gemeinde ein deutscher Hülssverein gestiftet. Die Deutschen in Lis-sabon sind meist Norddeutsche, besonders hanseatische Kaufleute, doch leben auch nochFamilien von Bergleuten und Soldaten (von welchen die Erstem unter den Grafenvon Lippe und von Waldeck, die Letztem unter Dom Pedro dahin kamen) daselbst.

Die Deutschen in Paris sind beiweitem am zahlreichsten und mannichfaltigstenvertreten. Man schlägt ihre Zahl auf 66 — 80000 an, welche theils als Fabrikar-beiter in der St.-Antonsvorstadt zusammengedrängt wohnen, theils als Handwerkerin mehren Gewerben durch ihre Zahl und die Güte ihrer Arbeit sich auszeichnen,z. B. Schneider, Kunsttischler, Verfertign musikalischer Instrumente, theils als Kauf-leute und Bankiers, als Gelehrte und Künstler bedeutende Stellen einnehmen. Esbestehen hier zwei deutsch-evangelische Kirchen mit fünf Geistlichen und mehre Bet-häuser und Töchtergemeinden in der Umgegend. Sehr wohlthätig hat sich der 1844gestiftete Deutsche Hülssverein gezeigt, welcher etwa 3000 Menschen jährlich mit20000 Francs unterstützt, ihnen die Mittel zur Heimkehr gewährt u. s. w. 1844wurde auch ein Verein deutscher Arzte in Paris gebildet. Die deutsch-evangelischenKirchen sind: 1) die Kirche des Billettes mit einem Klostergebaüde, in der gleichna-migen Straße, seit 1809; 2) die Kirche de la Nedemption in der Straße Chauchat.Es sind dabei vier Pfarrer und ein Vicar angestellt; außerdem gibt es ein Bethausin der St.-Antonsvorstadt und Betsäle in Puteaux, Corbcil, la Chapelle-St.-Denisund Gentilly mit einem eigenen Geistlichen. Zum Behuf der evangelischen Seelsorgeist Paris in fünf Bezirke eingetheilt; in der Stadt sollen 30000 evangelische Deutsche(mit Hinzurechnung der Mümpclgarder, Schweizer, Elsässer, Lothringer, einiger Dä-nen und Schweden) sich befinden, wovon etwa die Hälfte Ansässige, in der Umgegend2000. Für deutsche Katholiken besteht nur in der Margarethenkirche deutscher Got-tesdienst. In Lyon besteht ein deutscher Gesangverein und seit 1844 ein Bildungs-und Hülssverein der Deutschredenden, mit Büchersammlung, belehrenden Verträgenund Armen- und Krankenpflege. — In Venedig besteht eine deutsch-protestantischeKapelle mit einer Orgel, aber ohne Glocken; Kirche und Prediger werden von der Ge-meinde unterhalten. In Rom wird in dem preußischen Gesandtschaftspalast Caffarclliauf dem Capital protestantischer Gottesdienst gehalten; daselbst besteht auch ein deutschesKrankenhaus. Der Friedhof der deutschen Protestanten und der Engländer liegt ander Pyramide des Cestius. Die deutschen Künstler haben im Jahre 1845 im Pa-last Simonetti am Corso ein Casino gestiftet und feiern jährlich zu Ansang Mai inden Steinbrüchen von Cervaro das Fest der Gründung Roms (Cervarofest). InNeapel, wo an Kaufleuten, Handwerkern, Gelehrten eine nicht unbedeutende Zahlvon Deutschen ist, welche durch das deutsche Element der Schweizersoldaten verstärktwird, besteht seit 1827 im preußischen Gesandtschaftshaus eine protestantische Kapellemit zwei Geistlichen, welche deutschen und französischen Gottesdienst nach der preu-ßischen und genfer Liturgie halten. Mehre kleine' Töchtergemeinden gibt es unterden schweizerischen Fabrikarbeitern zu Portici, Scasati, Salerno, Piedimonte. Esbesteht hier ein deutscher Hülssverein und eine deutsche Schule. Auch zu Messinabesteht eine kleine deutsch-evangelische Gemeinde.

Die Deutschen in den außereuropäischen Ländern.

Nachdem wir so Europa und beim russischen Reiche auch die wenigen deutschenSpuren in Asien betrachtet, haben wir in Afrika als an etwas Untergegangenes nurkurz an die Besitzungen der Brandenburger am Cap der drei Spitzen in Guinea zuerinnern, wo Kurfürst Friedrich Wilhelm der Große 1682 die Feste Großfriedrichs-burg erbauen ließ, welche König Friedrich Wilhelm I. mit dem übrigen Gebiet 1720den Holländern verkaufte. In Algerien bestehen einzelne deutsch-protestantische An-siedelungen, meist von Elsäffern und Schwaben, zu Algier (wo eine Kirche und einConsistorium ist), Dely-Ibrahim (wo ein Bethaus und ein Presbyterium besteht),Uled-Fayet, Draria, Duera, El Aschur. Nach Brasilien verlockte Auswanderer,