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Erster Band.
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Das volksthümliche Heerwesen.

wird sich leichter fügen! Der Bau jedes neuen Kriegsschiffs spricht beredter zumHerzen als es die ganze deutsche Presse vermöchte. Preußen aber möge sich jetztmit allem Ernste seiner Aufgabe erinnern; es möge den deutschen Einfluß auf dergermanischen Ostsee gegen Rußland siegreich durchführen und seinen Ostprovinzenauf das kräftigste aufhelfen. An Hülfsmitteln dazu fehlt es nicht. Große starkeEntschlüsse sollen gefaßt werden, denn der ganze Ernst der Weltgeschichte drängthinter den Begebenheiten, für welche die Ostsee und die angrenzenden Länder baldden Schauplatz bilden müssen.

Das volksthümliche Heerwesen.

Aas ganze Heerwesen, wie es bisher bestanden, trägt den Charakter einer alten,abgelebten Zeit und findet sich darum im Widersprüche mit den Ideen, den Fede-rungen, welche die Gegenwart, welche unser jetziges Volks- und Staatsleben beseelen.Unser noch bestehendes Heergebäude, das stehende Heer wie das abgeleitete Landwehr-institut, ist ein auf die Stützung des Herrschcrabsolutismus des vorigen Jahrhundertsberechnetes Gebäude, das dem zur Freiheit erwachten Volksgeiste und den freienpolitischen Institutionen unserer Tage geradezu entgegensteht. Dieser tiefe Wider-spruch wird vom Volke lebhaft empfunden, wird namentlich in der gegenwärtigenWeltlage, wo jeden Augenblick die Völker zu den Waffen greifen können, begriffenund ausgesprochen. Man verlangt aus Gründen des sittlichen Geistes wie aus Grün-den der Erhaltung ein Neues; man verlangt eine wahrhaft volksthümlich organisirteWehrverfassung. Dessenungeachtet suchen die Militairhierarchen das Alte festzuhalten,nicht begreifend, daß Alles seine Zeit hat, daß sich Alles, auch das Militairwesen,nach den Ideen der Zeit umgestalten und entwickeln muß. So sehen wir in diesemAugenblicke einerseits das Volk, das sich aus freiem Antriebe bewaffnet und fast auseigener Machtvollkommenheit eine kräftige Bürgerwehr zu organisiren sucht, anderer-seits die Regierenden, welche diesem allgemeinen Zuge nur lau und mit Widerstrebenfolgen und ihre Blicke, ihre Gunst immer wieder der alten, unvolksthümlichen Sol-dateska zuwenden. Statt einer ungesäumten Verschmelzung der stehenden Heere mitder aus der Mitte des Volkes hervorwachsenden Bürgerwehr, sucht man von obenaus das Volk mit ungenügenden Bürgergardengesetzen abzufertigen. Allein das Volkbedarf zur Last der stehenden Heere und des zwitterhaften Landwehrinstituts keineneue, keine dritte unfruchtbare Last; es federt vielmehr, um die Bürgerwehr zurwahrhaften Volkswehr zu machen, das Ausgehen der stehenden Heere und der bis-herigen Landwehr in der Bürgerwehr. Es sollen und müssen die schönen Kräfte,welche das stehende Heer auf eine unnatürliche Weise dem lebendigen Volkskörperntzieht, wieder zu ihm zurückgeleitet werden. Geschieht dies, d. h. wird das jetzigestehende Heer auf volksthümliche Weise zum Rahmen der Volkswehr benutztund so das ncuerwachte kriegerische Element der Völker (das, als pflegelos aus derMasse der Völker emporgewachsen, noch keinen festen Halt und keinen historischenBoden hat) in eine bereits bestimmte und fertige Form gegossen, so ist von vorn-herein einer der Hauptgründe, welche gegen die rein volksthümliche Bewaffnung spre-chen, durchaus zu nichte gemacht. Durch diese Maßregel erhalten wir nämlich denErsatz für den Mangel an fester, geordneter Widerstandskraft, den ein so jungesWesen, wie es die Volkswehr jetzt noch ist, nothwendig mit sich bringt. Ja dieBolkswehr wird, wenn dies geschieht, in den ersten Jahren in ihrer äußern Aus-prägung die Form nicht verleugnen können, in die sie gegossen wurde; sie wird län-gere Zeit etwas von dem Charakter der stehenden Heere, ein Etwas, was der Mann