Das volkstümliche Heerwesen.
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gen Comment nicht besaß, möglich, zu exifiiren oder doch wenigstens angenehm zuexistiren.
Wer'L nicht edel und nobel treibt,
Lieber weit vom Handwerk bleibt,
warf man jedem „Bücherwurm" und „Gelehrten" mit Verachtung ins Gesicht.Ein solcher wurde geradezu angesehen, als hätte er gar kein Recht dazu, der Sipp-schaft des Porteepee anzugehören. Ein leidenschaftliches höhnisches Benehmen begeg-nete ihm auf allen Wegen, und pasfirte ihm je einmal ein Dienstfehler (Fehler, dievermöge der Kleinigkeitskrämerei unserer militairischcn Dienstvorschriften gerade demGebildeten am ehesten zu passiren pflegten), dann war er „geliefert". Der Vor-gesetzte fuhr ihn an: „Stecken Sie Ihre Nase ins Reglement, statt in ihre gelehr-ten Bücher", und die sogenannten Kameraden hatten alsogleich den schärfsten Tadelzur Hand. Achselzuckend und mit bedenklicher Miene gestanden sie einander: „Dasieht man's, solche Leute sollte man eben nicht zu Offizieren machen; es ist eben keinSoldat; er hat gar keinen militairischen Takt", und dergleichen Redensarten mehr.Zhre eigene Aufführung störte sie keineswegs in dieser Strenge. Zm Gegentheil,je liederlicher einer war, um so schärfer war auch sein Urtheil.
Neben dieses Bild stelle man nun im Geiste das zukünftige Wehrwesen; manvergegenwärtige sich, den nächsten Entwickelungszeitraum überspringend, jene Zeit,wo die eigenthümlichen Kräfte, welche jetzt noch unerkannt in dem Volke ruhen,welche bisher unbenutzt versiegten, welche sich aber gegenwärtig mächtig regen undnach volksthümlicher Gestaltung des Waffenwesens ringen, wo diese Kräfte einmaldie entsprechende volksthümliche Wehrsvrm gefunden haben werden. Auf der einenSeite sehen wir einen verknöcherten, erstarrten, der Vergangenheit angehörenden undvon dem gegenwärtigen Volksthume abgelösten Körper, dessen Bewegungen bis indie kleinsten Verzweigungen einer Maschine gleich von einem despotischen Willengeleitet werden. Aus der andern Seite aber erblicken wir ein frisches, blühendes or-ganisches Wesen; wir sehen den Volkskörper selbstthätig, wie den Leib eines kräfti-gen Mannes, sich nach einem allgültigen, Alles belebenden, naturgemäßen Gesetzebewegen; wir sehen ein zum Selbstbewußtsein vollständig erwachtes, ein freies Volk,das, wie ein einzelner wohlvrganifirter Mensch, für seine Existenz sorgt, indem essich bewaffnet, sich vertheidigt wenn es angegriffen wird, angreift wenn es seineExistenz bedroht sieht, und dies Alles aus einem ganz einfachen natürlichen Wege,ohne besondere Beschwörungsformeln, ohne, wie bisher, einen besondern Beschwö-rungs-Hokuspokus nöthig zu haben. Das Waffenwesen wird sich auf diese Weise ver-nünftig gestalten; es wird so mit dem Sein der Menschen verwachsen, daß die all-gemeine Wehr beinahe ein so geläufiger Begriff werden muß, wie etwa das Kleider-anzichen oder das Häuserbewohnen. Dann wird kein kastenmäßig vom Volke ab-geschlossener Führerstand, es werden keine sogenannten Offiziercorps mehr bestehen,sondern frei aus der Volkswahl hervorgegangene Führer, auf das innigste mit demVolke und seinen Interessen verwachsen, werden die Träger des Waffenwesens sein,kühne unbezwingliche Führer, weil in ihnen der allgemeine Nationalwille, die Frei-heit und die Größe der Nation gleichsam zum sichtbaren Ausdruck kommt. Wannwird sie kommen diese herrliche Zeit? Sie wird kommen, wenn erst von dem leben-dig emporwachsenden Volksthume der Neuzeit alle die überkommenen, leergewordenenHülsen abgefallen sein werden, die einst einer andern Lebensform gedient hatten.
Wann und wie aber werden diese Hülsen abfallen? Immer noch sehen die Hicr-archen vom stehenden Heer und unsere starren Beamtenseclen mit mitleidigem Lä-cheln auf das Streben der Völker zur Selbstbewaffnung; sie meinen, das Ding könnenicht lange dauern mit der sogenannten Volksbewaffnung: es sei eben jetzt an derMode und werde wie eine Mode bald ihr Ziel erreicht haben. Ein trauriger Wahn!um so trauriger, als diese Menschen, die es so zuversichtlich aussprechen, fast wiejene Kinder erscheinen, die mit dem brennenden Lichtstock am Pulverfaß spielen, ohnezu ahnen, daß sie im nächsten Augenblicke in die Luft geschleudert werden können.