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Die geographisch-politische Weltlage Italiens.
blos aus ihrem absoluten Werthe hervorgehende sei; wir sind vielmehr der Meinung,daß nach manchem Oscillircn das Verhältniß dieser beiden Waffen sich ferner in dembisherigen Sinn verändern und die constante Zahl der Reiterei am Ende bedeutendgeringer werden wird." Statt lOOOO Mann Reiterei kann man 50000 MannFußvolk erhalten. Nimmt man an, daß dieses Fußvolk Volkswchr ist, deren Erhal-tung im Frieden, ausschließlich der höhern Führer, im Vergleich zum stehendenHeere sehr wenig kostet, während Reiterei in großer Anzahl, wenigstens im westli-chen Europa, kaum anders als im stehenden Heere gedacht werden kann, so wirdJedem die Wichtigkeit der Verminderung des stehenden Neitcrwesens auf ein Mini-mum sonnenklar entgegentreten.
Die westeuropäische Reiterei der Gegenwart ist der letzte Schimmer des längstverblichenen Ritterthums. Sehr entsprechend hat sich auch gerade in diese Waffen-gattung, wenigstens in Deutschland, ein Theil der letzten Reste des Adels geflüchtetund derselben eine Physiognomie ausgedrückt, die sehr an die in neuerer Zeit wiederversuchten reactionären Bestrebungen des Adels erinnert. So zuversichtlich als wirindessen auf eine große deutsche Zukunft hoffen, so zuversichtlich hoffen wir, daßauch dieses mittelalterliche Scheinwesen seinen Vorgängern, den zertrümmerten Wap-penschildern bald folgen, und einer kräftigen, von Grund aus volkstümlichen Wehrden Platz räumen werde.
Das Alte stürzt, es ändert sich die ZeitUnd neues Leben blüht aus den Ruinen.
Die geographisch - politische Weltlage Italiens,
mit besonderer Beziehung auf Deutschland.
Die geographische Position Italiens in ihrer frühern und in ihrer jetzigen weltgeschichtlichen
Bedeutung.
§)ie weltgeschichtliche Bedeutung Italiens ist durchaus an das Mittelmeer geknüpft.Dieses wurde, nachdem sich die Geschichte im orientalischen Alterthum in den ein-zelnen Thalbildungen Asiens verlaufen hatte, das allgemeine Verbindungselement.Bis dahin war die Geschichte durchaus an das feste Land gebunden gewesen, undes hatte ebendeshalb ein Einigungspunkt gefehlt. Vor dem Ocean blieb in Asiender Mensch stehen, indem er sich seiner Ohnmacht im Gegensatz zu diesem gewalti-gen, die Erde umgebenden Elemente bewußt blieb; doch wagte er es, auf das Bin-nenmeer, die Thalaffa, einzugehen, und so verband das mobile Element des WassersDas, was bis dahin getrennt gewesen war: denn der Mensch ging, sich dem Schiffeals einer beweglichen Brücke anvertrauend, in das Jenseit hinaus und machte auchdieses zu seiner Wohnstätte. Das Meer wurde eine Macht, welche die Geschichtean dessen Gestade zog. Je mehr dann im weitern Verlaus Nordafrika und besondersdie zugängliche Seite des mediterranen Europa in die weltgeschichtliche Bewegungeintraten, in desto höherm Grade wurde das Mittelmeer das universelle Verbindungs-element der alten Welt. Der Occident trat in die Weltgeschichte ein, und derenbewegendes Centrum rückte nun aus Asien nach Europa, welches durch seine geo-graphische Natur und Lage zur Herrschaft über das Mittelmeer berufen ist, dieseaber erst unter großartigen, sich mehrfach wiederholenden Kämpfen sich erwerben konnte.
Diese Weltkämpfe zwischen Orient und Occident wurden zunächst aus und amWichen Becken des Mittelmeeres geführt; siegreich im Kamps blieb Europa, und