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Erster Band.
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Die geographisch-politische Weltlage Italiens.

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von Griechenland aus werden die gegenüberliegenden Länder hellenisirt. Griechen-land erscheint als die geistig bewegende Macht in der Weltgeschichte. In dem Gradeals der Westen in die Bewegung hineingezogen wurde, mußte dorthin das Centrumder Weltgeschichte fortrücken. Dies geschah insbesondere, als sich die Weltkämpfezwischen Orient und Occident an und auf dem westlichen Becken des Mittelmeereserneuerten, Rom aus denselben als Siegerin hervorging und nun alle Küstenländerlatinisirte. Den Weltverkehr bis an die Säulen des Hercules ziehend, verbreitetedann Rom zugleich seine Herrschaft auch über das östliche Becken des Mittelmeeres,sodaß dessen ganzer Küstensaum an die Eine Weltherrscherin gekettet war. Von Romausgehend und weiter nach Westen und Norden vordringend, schloß Cäsar, Gallienerobernd, wie Hegel bemerkt, das Herz Europas auf und bereitete dadurch unbewußtvor, daß das Centrum der Weltgeschichte in der Folge von Rom hinweggerücktwurde; denn durch diese seine Mannesthat führte der römische Feldherr zugleichden großen und langen Kampf mit den germanischen Völkern herbei, welche nichtwie die gallischen latinisirt wurden, sondern in ihrer subjectiven Energie und Sprö-digkeit anfangs nur Rom widerstanden, im weiter« geschichtlichen Verlauf aber wei-ter nach Westen und Süden vordrangen und endlich auch Rom stürzten. Die hel-lenisirten Länder des östlichen Mittelmeeres hatten sich bei der allmäligen innernAuflösung des römischen Reiches bereits von demselben abgelöst, und so sah manauf kurze Zeit zwei Reiche, von welchen das eine über das West-, das andere überdas Ostbecken des Mittelmeeres die Herrschaft ausbreitete. Das letztere wurde zwarnicht sobald gestürzt, doch vermochte es nicht den Ländersaum des Ostbeckens zu be-haupten, bis es endlich der sich über dieses ausbreitenden orientalisch-mohammedanischenHerrschaft ganz erlag. Während des Untergangs des weströmischen Reichs durchdie germanischen Völker verbreitete sich der Name Italien über die ganze Halb-insel. Im höher« Alterthum unbekannt, hatte sich derselbe von der südlichsten Land-spitze zunächst über Unteritalien und sodann durch die Römer über Mittelitalien ver-breitet, wogegen der Norden als cisalpinisches und cispadanes Gallien bezeichnetwurde, bis er endlich sich auch über dieses ausdehnte. *) Es stammt derselbe alsonicht von einem Volke her, das auf der Halbinsel seine Wohnstätte gefunden, son-dern er wurde von außen her gebracht und verbreitete sich über ein Land, welche?viele Völkerschaften bewohnten, die trotz der germanischen, normannischen, arabischenMischung in den verschiedenen Landestheilen, ihre schon im Alterthum ausgeprägtenUnterschiede zum Theil bis auf den heutigen Tag bewahrt haben. Eine italienischeNation hat eigentlich nie existirt.

Wol war mit dem Untergänge des römischen Reiches die politische Weltmachtvon Rom genommen und an die Germanen übergegangen; allein wenn auch die ge-schichtliche Bewegung mehr nach Norden gezogen wurde und sich dem mittlern Eu-ropa zuwandte, so blieb Italien dennoch das Land der Vermittelung: denn dasMittelmeer hatte noch nicht aufgehört, das allgemeine und einzige Verbindungsmeerzwischen der damals bekannten Welt zu sein! Dabei hatten die germanischen Völ-ker, als sie Rom stürzten, von demselben das Christenthum, in welchem für diesesvon Morgen her eine neue Lebenssonne ausgegangen war, empfangen. Dieses fandin Rom seinen Mittelpunkt, und so bewahrte dasselbe sowol für die romanische alsgermanische Welt in geistlicher Beziehung seine centrale Stellung, mochte auch dieweltliche Macht zu den Germanen übergegangen sein. Zugleich mit Rom erhob sichüberhaupt Italien zu einer Europa geistig bestimmenden und alle Bildung vermit-telnden Macht, ebenso wie durch die an das Mittelmeer geknüpfte Verbindung mitdem Orient die italienischen Städte zu großem politischem Einfluß gelangten, indemsie aus dem Herzen Europas den Verkehr über das Mittelmeer hinaus vermittelten.

*) Das Gefühl dieser frühern Trennung vom übrigen Italien hat sich im obern bis jetzlnach Italien"^ ^st"ders in Turin, nichts Ungewöhnliches ist, zu hören: „Ich geh<