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Barern und sein König Ludwig I.
sodaß sie sich derselben in öffentlichen Blättern der Hauptstadt zu erwehren suchte.„Man solle Madama doch mit den vielen Bittschriften verschonen; sie sei unbekanntmit den Verhältnissen des Landes und nicht in der Stellung, sich um dergleichenDinge anzunehmen." Der Grä'fintitel war der Geliebten seit Monaten versprochen;ihr Silberservice war bereits mit der gräflichen Krone versehen sowie die Knöpfeder Dienerschaft. Zu dieser Standeserhöhuug bedurfte es aber des Jndigenats, wel-ches der König gemäß der bairischen Verfassungsurkunde nach Vernehmung desStaatsraths ertheilt. Ob sich aber der Fürst an das Gutachten des Staatsraths, .von dem man überhaupt nicht weiß, warum er da ist, zu halten habe oder nicht,davon schweigt das an Räthseln und Widersprüchen so reiche Grundgesetz. Aber derGegenzeichnung eines Ministers bedarf jeder Erlaß, darüber kann kein Zweifel ob-walten, und es fand sich Niemand unter den Ministern, der es wagte das Jndigc-nat auszufertigen. Das ganze Ministerium stand fest wie ein Mann. Freiherr vonAbcl, Minister des Innern, Graf Bray, Minister des Hauses und des Äußern,Freiherr von Schrenk, Minister der Justiz, des Cultus und der Studien, Baronvon Gumppenberg, Minister des Kriegs, und Graf Seinsheim, Minister der Finan-zen, reichten deshalb, wie ihr Memorandum uns belehrt, ihre Entlassung ein undhaben sie auch nach einigem Zögern (13. Febr. 1847) erhalten. Der König erschiendes Abends im lockern Kreise seiner Freundin heiter und aufgeregt. „Alle meineMinister habe ich fortgejagt; das Jesuitenregiment hat aufgehört in Baiern; ichhabe es meinem Bruder, dem Prinzen Karl gesagt, ich habe es meinem Sohn, demKronprinzen geschrieben." Abel schrieb noch kurz vor dem Ende dieses Schauspielseinen, wie seine Freunde sagten, herrlichen Brief an den König. Der Ministerstellte darin vor, wie häufig er sich für die Majestät geopfert, d. h. wie häufig er,um sich und seine Freunde zu halten, Gesetz und Recht gebrochen, wie häufig er ,zum Vortheil einer Partei das Volk verdummt und geknechtet und den Verrätheran Deutschland und Baiern gespielt habe.
Die Palastrevolution sollte auch, um das Volk und die Freisinnigen mit sichzu versöhnen, eine Änderung nm Regierungssystem zur Folge haben. Herr v. Mau-rer, der im Staatsrathe eine zweideutige Rolle gespielt hatte, schwang sich auf kurzeZeit zum einflußreichsten Mann in Baiern empor. Er wurde Verweser des Äußernund der Justiz; Freiherr v. Zu-Rhein erhielt die Finanzen, den Cultus und dieStudien, und v. Zenetti das Ministerium des Innern. Diese neue aus den Mün-chener Februarereignifsen hevorgegangene Verwaltung hat große Hoffnungen erregt;sie hat sich durch Wort und Schrift als die neue Morgenröthe Baierns ausrufenlassen, eine Benennung, welche ihr die Gegner noch immer spottweise beilegen. Eszeigte sich aber gar bald, daß guter Wille allein nicht ausreicht, es zeigte sich, daßdieser Verwaltung die höhere Einsicht, die Thatkraft und Entschiedenheit mangelten,welche Staatsmännern und selbst blos höhern Verwaltungsbeamtcn, wenn sie ihreStellen ausfüllen wollen, unumgänglich nothwendig sind. Auch schien es, als obdas Ministerium von vornherein sich keines besondern Vertrauens bei dem Monarchenerfreut hätte. Hr. v. Au-Rhein schwang auf königliches Geheiß das Racheschwert ^gegen die Ultramontanen und Freunde Abel's. An der Münchner Universität wur- >den neun Professoren und Doctoren von streng kirchlicher Gesinnung pensionirt oderversetzt: v. Moy, Höfler, Philipps, Döllinger, Deutinger, Merz, Sepp und Mayer.Der Professor der Philologie Dr. Lassaulx war bereits, bevor Zu-Rhein das Amtangetreten hatte (28. Febr. 1847), seiner Stelle enthoben worden. Lassaulx istnicht blos ein entschiedener Katholik, sondern auch, was ihm billige Gegner nicht ;absprechen können, ein tüchtiger Mann; seine wissenschaftliche Thätigkeit hängt festmit seiner Gesinnung, mit seinem beschränkten Denken zusammen und ist hiervonganz und gar durchdrungen. Er, als der Professor der griechischen Mythologie,schob der alten Eötterlehre christlich-orientalische Ideen unter und schien nicht zuahnen, daß auf diese Weise das Christenthum zu mythologischen Ansichten verflüch-tigt wird. Man kommt so, wenn auch auf ganz andern; Wege, zu denselben Er-