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Erster Band.
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Barem und feiu König Ludwig I.

gebnissen, auf welche die kritischen Forschungen des berühmten Verfassers des „Le-bens Jesu" geführt haben.

Lassaulx, vom sittlichen Ekel über das Treiben des Königs ergriffen, hatte imakademischen Senat den Antrag gestellt, es solle seinem Freunde, dem Minister Abel,eine Deputation gesandt werden, um ihm wegen der sittlichen Handlung seiner Ab-dankung die Anerkennung der Universität auszudrücken, ein Antrag, der natürlichbei der furchtsamen, egoistischen Weise der andern Mitglieder des Senats verworfenwurde. Dessenungeachtet ist der Antragsteller seines Amtes enthoben worden, waseinen großen Theil der Studenten, namentlich die kirchlich Gesinnten in große Gä'h-rung versetzte. Sie zogen am 1. März vor die Wohnung ihres geliebten Lehrers,brachten ihm ein stürmisches Lebehoch, wendeten sich dann in die Straße, wo LolaMontez wohnte, zischten und grunzten und riefen: Pereat du Hur! Pereat du Hur!Das spanische Weib, solchen, Spectakels sich erfreuend, erhob sich von der Tafel,ging mit einigen ihrer Gesellen (Lieutenant Nußbaumer, Curtius u. A.) an dasFenster und verhöhnte Studenten und Volk in unerhört frecher Weise. Die Straße,wo das „königliche Mensch" wohnte, wurde nun vermittels Linientruppen gesperrt,Polizeibeamte und zahlreiche Gendarmeriemannschast standen vor ihrem Hause aus-gepflanzt. Da ereignete sich mitten unter dem Volk und Studenten, Mitten unterden Offizieren, den Soldaten und Häschern, das Unglaubliche. Der König kamvon der Residenz und ging ruhig dankend und grüßend durch die aufgebrachten Hau-fen, mitten durch die Truppen und die Gendarmerie, welche das Gewehr präsen-tirten, in das Haus der Geliebten und verweilte dort über eine Stunde. Mit ein-brechender Nacht wollte die Majestät ruhig in die Residenz zurückkehren. Die Volks-maffcn ließen dies aber nicht zu; die „Huren-Majestät" ward verfolgt und mit Schimpf-reden und Verfluchungen überschüttet. Selbst eine der dicken großen Fensterscheibenin der Residenz wurde zertrümmert. Der König, hierüber äußerst aufgebracht, bür-dete alle Schuld dieses in der bairischen Geschichte so seltenen Vorfalls den Ultra-montanen aus und schwor ihnen unversöhnliche Rache. „Von Lola lass' ich nicht;ich lasse nicht von diesem edeln herrlichen Wesen, mein Königthum für Lola!" KönigLudwig hat Wort gehalten!

Die neue Verwaltung war, wie gesagt, ihrer schwierigen Aufgabe keineswegsgewachsen. Das sogenannte neue System beschränkte sich aus einige Versprechun-gen, welche dem König in,den ersten Wochen abgerungen wurden; so sollte z. B.bei der neuen Gesetzgebung Öffentlichkeit und Mündlichkeit zu Grunde gelegt werden,sonst blieb aber Alles beim Alten. Die Presse blieb geknechtet, die Spionirerei wardbeibehalten und wol auch noch vermehrt, und Gunst und Unbedeutendheit blieben inherkömmlicher Weise die Leitsterne der Anstellung und Beförderung. Kein tüchtigerMann ist zu einer höhern Stelle berufen worden. Maurer erniedrigte sich in demGrade zum gehorsamen Diener seines Herrn, daß er seines, so viel man weiß, sonstunbefleckten Charakters nicht schonte. Lola erhielt durch ihn das Jndigenat und warddurch ihn zur Gräfin Landsfeld erhoben. Seinem unterrichteten talentvollen Sohn,der aber niemals ein Katheder bestiegen hatte, wurde zur Belohnung gleich eineProfessur gegeben, und zwar mit einem Gehalte von 1000 Gulden. Die Unfähig-keit des Ministeriums stieg aber während des Landtags, der zur Aufbringung einesAnlehens für die Eisenbahnen in außerordentlicher Weise auf den 20. Sept. 1817zusammengerufen wurde, so sonnenklar am bairischen Horizonte empor, daß es durchfeine eigene Schwäche, wenn ihm auch nicht so viele Feinde, und unter diesen diegewaltige alte Tänzerin Lola und neue Gräfin Landsseld auf dem Nacken gesessenwären, in sich hätte zusammenstürzen müssen. Es war aber keineswegs allein dieseUnfähigkeit, welche seinen Sturz so schnell herbeiführte. Der freisinnige Schein, denKönig Ludwig seit einigen Monaten angenommen hatte, war eben blos ein heuchle-rischer Schein; in Wahrheit war der Fürst niemals ein anderer geworden; er ge-brauchte das Ministerium Maurer-Zu-Rhein als Werkzeug seiner Launen, seinerLeidenschaft und Herrschsucht. Man jagte die Männer mit Schmach von bannen,