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Erster Band.
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Der pariser Straßenkarnpf vorn Juni 1848.

Dayonneten und Kolben, unter unmenschlichem Gebrüll, die Gefangenen wie wildeThiere mordeten; von Wuth und Blut trunken, stießen diese Elenden aus ihremMunde einen wahren Schaum aus, indem sie unaufhörlich zu trinken foderten, ohneihren Durst je löschen zu können, und ohne in die Abspannung der gewöhnlichenTrunkenheit zu verfallen; Mehre sind später gestorben, ohne in der Zwischenzeit geschla-fen zu haben.

Nicht weit von diesen schaudervollen Auftritten wurde ein anderes grimmigesGefecht geliefert gegen die in der Kirche Saint-Se'verin verbarrikadirten Insurgenten,welche die Mobilgarde daraus vertrieb, unter Anführung des General Damesme,der seinen Sieg theuer erkaufte mit einer gefährlichen Schußwunde, in Folge welcherer vom Kampfplatz weggetragen und später amputirt werden mußte. Ein Chaffeur-oberst übernahm an seiner Stelle das Commando. Einer der wüthendsten Kämpfejener traurigen Tage entspann sich am 24. im obern Theile des Quartier Samt-Jacques, beim Pantheon. Das Feuer hörte hier fast den ganzen Tag nicht auf.Die 11. Legion der Nationalgarde rückte zuerst auf dem Platze aus, wurde abervon der Colonnade des Pantheon her mit so entsetzlichen Flintenschüssen empfangen,daß sie sich nach der Straße Samt-Jacques zurückziehen mußte. Zwei Stundendarauf versuchte ein Bataillon mobiler Nationalgarde von neuem sich der um denPlatz herum liegenden Häuser zu bemächtigen. Das Feuer der Insurgenten warvon der mörderischsten Art; über 100 mobile Nationalgardisten stürzten von den feind-lichen Kugeln, welche die Angreifenden nöthigten, sich in die Gebäude der Rechts-schule zu flüchten. Die Linientruppe eilte der bedrängten Mobilgarde eben mit Ka-nonen zu Hülse, als ein zahlreicher Haufen Bewaffneter anrückte, die man wegenihrer Uniformen für Nationalgarden hielt. Es waren in der That Nationalgardender 12. Legion, mit mehren von ihren Offizieren, die aber nicht die Insurgentenzu bekämpfen, sondern ihnen beizustehen kamen; sie benutzten den Irrthum der Truppe,die sie für Freunde ansah, gaben ein allgemeines Feuer, das viele Menschen tödtete,und bemächtigten sich im ersten Wirrwarr einer Kanone. Die einen Augenblick aus-einander gerissene Truppencolonne trat jedoch gleich wieder zusammen, nahm den meu-terischen Nationalgarden das erbeutete Geschütz wieder weg und verjagte sie von demPlatze. Die Meuterer flüchteten sich ins Innere des Pantheon, wo sie alle Ver-theidigungsmittel bereit fanden. Um sie daraus zu vertreiben, mußte man in derRue Soufflot Kanonen auffahren und Bresche in die Thüren schießen. Dieser An-griff dauerte wenigstens anderthalb Stunden. Endlich, als die Bresche gemacht war,drangen die Linie und die Mobilgarde im Sturmschritt trotz des Kugelregens hineinund überwältigten die Insurgenten, deren Widerstand in einer bessern Sache heroischgenannt werden konnte.

Mit der Einnahme des Pantheonplatzes und des Pantheon war aber erst dasViertel der Arbeit verrichtet. Ringsum blieben noch die Barrikaden der Rue de laVieillc Estrapade, der Rue Neuve Samte-Genevieve, der Rue de Fourcy u. s. w.zu bezwingen übrig. Vier Stunden lang fielen noch Flintenschüsse auf Flintenschüsseund ließ sich von Zeit zu Zeit Kanonendonner vernehmen. Ein schreckliches Ge-metzel fand statt; beide Theile erlitten große Verluste, und erst gegen 4 UhrNachmittags waren die Straßen dieses Quartiers frei, wo die offene Theilnahme derNationalgardisten und ihrer Offiziere in Uniform ganz besonders dazu beitrug, demAufstande den entsetzlichen Umfang zu geben, welchen er hier gewann. Nur mit dergrößten Mühe und Aufopferung überwältigten die Truppen auf diesen verschiedenenPunkten die Jnsurrection, die nunmehr zwar auf dem linken, wie aus dem rechtenUfer zurückgeworfen und vom Faubourg Saint-Antoine abgeschnitten, aber in diesemberüchtigten Faubourg und in den Außengegenden der östlichen Stadtquartiere nochsehr stark verschanzt und immer noch fürchterlich war. Eine peinliche Ungewißheitherrschte den ganzen Tag über im ganzen Westquartier, wo man keine sichere, ge-naue Kunde von den Vor- oder Rückschritten des Aufstandes hatte und die wider-sprechendsten Gerücht« und Erzählungen umliefen. Das ununterbrochene Krachen