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Erster Band.
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Der pariser Straßeukampf vorn Juni 1848.

der Flinten- und Kanonenschüsse bis tief in die Nacht hinein verkündete laut genug,daß der Kampf fortwährend tobte und der Ausgang desselben noch sehr unentschie-den war.

Der 25. Juni.

Die ganze Nacht des 24. zum 25. Juni, vom Sonnabend auf Sonntag, lie-ßen sich Gewehrfeuer und Kanonendonner nach verschiedenen Richtungen hin ver-nehmen. Die am Abend des 24. der Kammer zuletzt mitgetheilten Nachrichten lau-teten zwar: daß die Emeute aus der Cite und dem Innern der Stadt auf beidenUfern der Seine zurückgeworfen, und die Vorstädte Samt-Jacques, Saint-Victor,Saint-Marcel, Saint-Denis, Saint-Martin und Poissonniere gesäubert wären, we-nigstens bis in die Nähe der Barrieren; daß ferner die Insurgenten nur noch dreiPunkte besetzt hielten, nämlich den Clos Saint-Lazare, eine Barrikade im Faubourgdu Templc und die Vorstadt Saint-Antoine, die man noch nicht ernstlich angegriffenhabe. Aber nicht blos an den genannten Orten, auch noch an vielen andern Stel-len und sogar ganz nahe am Stadthause, im Quartier Saint-Antoine und im Ma-rals, waren noch Barrikadengruppen stehen geblieben, die alle Bemühungen der Stra-tegie am vorigen Tage zu nichte gemacht; und gegen diese eisenfesten Schanzwerkesehten die Kanonen von Mitternacht an ihre zerstörende Arbeit fort. Auch waren derPräsident der Nationalversammlung und sogar der General Cavaignac über den Aus-gang des Kampfes keineswegs so beruhigt, als sie glauben machen wollten, und dieaußerordentliche Intensität des Aufstandes, seine anhaltende Ausdauer, der von denInsurgenten gefaßte Jnvasionsplan, die ihnen zu Gebot stehenden fürchterlichen Hülfs-mittel, kurz die durch einen sich so sehr in die Länge ziehenden Kampf erweckte Unge-wißheit bewogen den Kammerpräsidenten und den Obergeneral insgeheim zu der Über-einkunft, den Sitz der Nationalversammlung aus Paris weg zu verlegen, wenn dieJnsurrection siegen sollte. Der General Cavaignac wollte den Insurgenten in derUmgegend der Kammer ein letztes Treffen liefern und, wenn auch dieses zu Ungun-sten der guten Sache ausgefallen, sich dann mit den Truppen der Armee und denBataillonen der Bürgermiliz, die sich zum Auszug aus Paris entschlössen, nachSaint-Cloud oder nach Versailles oder einer noch entlegener» Provinzialstadt zurück-ziehen. Aber nur im äußersten Nothfall und gleichsam unter dem Feuer der sieg-reichen Jnsurrection wäre dieser Rückzug ausgeführt worden. Indessen zeigte sichdoch, daß die empfindlichen Schläge, welche die Emeute erlitten, ihr zwar nichtsvon ihrer Widerspenstigkeit, aber ein gut Theil von ihrer Verwegenheit benommen..Ihre zunehmende Periode war merklich vorüber, und ihre Taktik fortan lediglichauf die Defensive beschränkt.

Ehe wir in der Geschichte des 25. Juni fortfahren, ist es nothwendig, uns nochmalsden Stand der Dinge an den vorhergehenden Tagen zu vergegenwärtigen. Die ganzeNacht vom 23. zum 24. Juni und den folgenden Morgen hatten die Aufrührer Barrika-den gebaut; jede neue Barrikade wurde ein Mittelpunkt für die Errichtung anderer, undes war zu besorgen, daß der Aufstand, indem er aus den Quartieren, wo er dieOberhand hatte, ringsum beständig seine Strahlen aussandte, am Ende über dieganze Stadt sich verbreitete und die Nationalversammlung umzingelte. Unter solchenUmstanden war es unerläßlich, die Jnsurrection zurückzuwerfen und an einigen Stel-len zu concentriren, denn die Streitkrä'fte, worüber die Meuterer für die Vertheidi-gung der Barrikaden zu verfügen hatten, waren nicht so sehr zu fürchten, als dieAusdehnung des Aufstandes, den er möglicherweise gewinnen konnte, und der dannStreitkräfte als die der Regierung in Anspruch genommen und inWchach gehalten haben würde. Die Ausgabe am 24. Juni war daher, die Ausbrei-

>.. ? Aufstandes zu hemmen, seine Hauptverzweigungen voneinander zu trennen,Aufgabe wurde leidlich gelöst. Am 24. Abends war jede Verbindungz sichen dem Clos Saint-Lazare und dem Faubourg Saint-Antoine, sowie zwischenvieler Vorstadt und dem Quartier latin abgeschnitten; derselbe Abend reichte sogar