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Der pariser Straßenkampf vom Juni 1848.
noch hin, die letzten Barrikaden des Quartier Samt-Martin wegzunehmen und imganzen Quartier der Straße Saint-Jacques, des Sorbonneplatzes und des Pan-theon die Ordnung einigermaßen wieder herzustellen. An eben diesem Abend über-nahm der General Brea daselbst das Commando an der Stelle des General Da-mesme, der am Eck der Rue Samte-Genevieve verwundet worden war, wo dieInsurgenten eine Terrasse des College Henri IV. und eine fürchterliche Barrikadeinne hatten. Am 25. Juni nun ließ der General Brea die Straße Mouffetard re-cognosciren und die verdächtigen Häuser visitiren und entwaffnen und besetzte sodanndie Kaserne de l'Oursme, die man den Abend vorher in Brand zu stecken gesuchthatte. Gleichzeitig vertraute er dem ersten Bataillon Mobilgarde den Posten derMairie des 12. Arrondissements an, und marschirte an der Spitze von zwei Batail-lonen Linieninfanterie, zwei schweren Geschützstücken und etlichen Abtheilungen Mobil-garde die Straße Saint-Jacques hinaus nach der Barriere von Fontainebleau zu, dievon etwa 2500 Insurgenten beseht war. Nicht weit davon angelangt, ließ der Ge-neral Brea Halt machen und ging, von dem Adjutanten des General Damesme,dem Stabscapitain Maugin, begleitet, als Parlamentair zu den Insurgenten, die sichauf der andern Seite der Barriere verschanzt hatten. Wie sie herankamen, that sichdie Gitterthür auf, rasselte aber gleich wieder hinter ihnen zu. Sie wurden ergrif-fen, umringt und mit dem Tode bedroht, wenn ein einziger Schuß falle. Der Oberst-lieutenant Thomas, vom 16. leichten Infanterieregiment, der einen Theil von denBataillonen der Mobilgarde anführte, ging hin, um die in einen schnöden Hinterhaltgelockten Parlamentäre zu reclamiren, und drohete den Insurgenten sie alle nieder-schießen zu lassen, wenn sie sich weigerten, die verrätherischer Weise eingefangenenOffiziere herauszugeben. Nach langerm Hin- und Hcrdebattiren bewilligte der Oberst-lieutenant den Aufrührern, was sie verlangten, nämlich eine halbe Stunde Bedenk-zeit, und ging hin, um den General Cavaignac von diesem fatalen Umstände inKenntniß zu setzen. Während dieser halben Stunde ging die Ermordung des Gene-ral Brea und des Capitain Maugin vor sich. Als der Oberstlieutenant zurückkamund sich von neuem allein nach der Barriere begeben wollte, wurde er von weitemmit Flintenschüssen empfangen, worauf er sogleich die Position der Insurgenten an-greifen ließ. Sieben Barrikaden umstarrten den Platz innerhalb und außerhalb derBarriere, und machten aus derselben ein sehr festes Versteck. Die Barrikaden wur-den mit Kanonen beschossen und mit dem Bayonnet weggenommen, ohne daß die .Colonne merkliche Verluste dabei erlitt; leider aber fand man nur noch die verun-stalteten Leichname der beiden Offiziere. Die Barriere wurde hieraus wieder vonder Truppe und Mobilgarde besetzt, und von diesem Augenblick an waren die Quar-tiere Saint-Jacques und Mouffetard in der Gewalt der bewaffneten Macht: derAufstand daselbst war in Blut erstickt und regte sich nicht wieder. *)
*) Nach einem spätern glaubwürdigen Berichte fand General Brea mit seinen Begleiternfolgendes schreckliche Ende. Als der General, an der Spitze von 2000 Mann Linientruppenund Nationalgarden und zwei Stück Geschütz, in Begleitung des Bolksrepräsentanten de Ludreauf der Höhe der Barriere von Fontainebleau ohne wesentliches Hinderniß angelangt, traf erauf ein großes Viereck von Barrikaden, gegen welche er seine Geschütze vorfahren ließ. Vier In-surgenten stiegen indessen durch eine Seitenthür der Barriere von den Barrikaden herab, nä-herten sich dem General, versicherten ihre Anhänglichkeit an die Republik und schlugen shren„Brüdern", den Soldaten, vor auf die Barrikaden zu kommen und mit ihnen zu fraternisiern.Der General, in der Absicht, die Aufrührer zur Niederlegung der Waffen zu bewegen, nähertesich hierauf in Begleitung des Oberstlieutenant Thomas von der Mobilgarde, der beiden Ba-taillonscommandanten Theil und Dupont von der Nationalgarde, eines Znfanteriemajors unddes Adjutanten Capitain de Maugin, sowie des Hrn. de Ludre, den Barrikaden, begann Unter-handlungen, reichte den Insurgenten die Hand durch das Gitter der Thür und ließ sogar diedemokratisch-sociale Republik leben. Die Aufrührer öffneten endlich die Thür der Barriereund verlangten, der General solle mit seinen Begleitern eintreten, um mit den übrigen In-surgenten zu sprechen. Thomas und de Ludre verweigerten dies; Brea, Dupont, MaugM,und auch der Znfanteriemajor traten jedoch ein. Kaum war dies geschehen, als sich da°Gitter der Thür schloß. Die Insurgenten erschienen zu Haufen auf den Barrikaden und »e>