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Erster Band.
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Der pariser Straßenkampf vorn Juni 1848.

Auf dem rechten Ufer behaupteten die Insurgenten im Quartier des Maraismehre Barrikaden, die man anzugreifen versäumt hatte, weil sie isolirt und nicht imStande waren, sich lange zu halten oder Mittelpunkte für neue Verrammelungenabzugeben. Diese Barrikaden wurden am 25. ebenfalls weggenommen. Indessenhielten die Insurgenten noch immer tapfer Stich im Quartier Saint-Antoine, imClos Saint-Lazare des Faubourg Poissonniere, in der Chapelle-Saint-Denis und inder ganzen Gegend der äußern Boulevards, die sich von La Chapelle-Saint-Denisin einem großen Halbzirkel nach dem Faubourg Saint-Antoine erstreckt, welcher ganzvon ihnen eingenommen war. In dieser letztem Vorstadt hatte die Emeute zweiganze Tage Zeit gehabt, um sich zu organisiren und zu verstärken. Als erste Ver-theidigungslinie hatte hier der Aufstand den Kanal und die Seine, welche den Angriffblos an einer kleinen Anzahl Stellen zuließen. Außerdem waren die vordersten Rei-hen Häuser von den Insurgenten besetzt, die Einmündungen aller Straßen warenverrammelt, und die ganze Vorstadt schien somit in eine Festung umgewandelt. DieNachbarschaft von Vincennes und der Mangel volkreicher Nebenquartiere hindertenzum Glück, daß die Emeute ihre bösartigen Verzweigungen nicht weiter nach außenhin ausdehnte. Von verschiedenen Anhöhen der Stadt, wo man den Faubourgübersah, konnte man deutlich wahrnehmen, wie gewisse Individuen, nachdem sie dasTerrain ausgekundschaftet, Befehle ertheilten, die von bewaffneten, da und dorthinabgehenden Jnsurgententrupps auf der Stelle vollzogen wurden. Es war leicht zuerkennen, daß die Meuterer rotrenweise abgetheilt waren und nicht einzeln für sich,sondern zusammen handelten, wofür die strategischen Anordnungen ohnedies hinläng-liche Belege liefern. An jedem Ende der Brücke von Austerlitz erhob sich eine Bar-rikade, und der Platz Valhubert, an dem nördlichen Eingänge des Pflanzengartens,war ebenfalls verbarrikadirt und zu einer Art Vorwerk umgeschaffen, welches dieTruppen abhalten sollte, über die Seine herüberzukommen und den Faubourg Saint-Antoine von seiner schwächsten Seite, von der Wasserseite her anzugreifen. Jenseitdes Kanals, in der Umgebung des Kornspeichers, hatten die Insurgenten die Kaserneder CLlestiner, die ihnen ebenfalls zum Vorwerk diente, und die Brücke Damiette,welche den Quai der Cölestiner mit der Insel Samt-Louis verbindet; gleichzeitiglehnten sie sich an den Placc Royale, der in ihrer Gewalt geblieben, und reichtenlängs der Quais und der kleinen damit parallellaufenden Gaffen die Straße Saint-Antoine bis zur Straße Geoffroy-Lasnier hinab, ein Paar Schritte weit vom Stadt-hause, indem sie so einen Triangel einnahmen, der den Kanal zur Basis hatte. DerClos Saint-Lazare war seinerseits eine wahre Festung geworden; die neue KircheSaint-Vincent-de-Paule zur Rechten und die Mauthniederlage zur Linken dienten

drohten die Gefangenen wie die Herren Thomas und de Ludre, die noch schutzlos an der Bar-riere standen, auf der Stelle mit dem Tode, wenn die Cölonne nicht sogleich die Waffen strecke.Thomas und de Ludre zogen sich unterhandelnd zurück. Ersterer berichtete den Vorfall undschickte sich hieraiss laut des Befehls an, die Barrikaden zu nehmen. Die Truppen umgingenvermittels einer Öffnung in der Ringmauer die Aufrührer, schössen dieselben großentheils nie-der und erstürmten die Barrikaden. Zn einem Octroiwachthause fand man die grausam ver-llsstEblten Leichen von Brea und Maugin. Die Gefangenen waren in das Wachthaus ge-führt worden, wo es Dupont und dem Znfanteriemajor in dem Gewirr gelang, sich zu ver-ftecken: und zwar kroch der Letztere unter ein Bett. Brea und Maugin wurden zunächst ge-mißhandelt, und als der Oberst Thomas die Truppen gegen die Barrikaden führte, schickte mane Unglücklichen zu erschießen. Ein Weib suchte Brea mit ihrem Körper zu schützen;

sie wurde icdoch weggeschleudert, und alsbald fiel der General von einer Kugel in den Unter-Ast-setroffen todt zu Boden. Maugin wurde durch einen zweiten Schuß am Kopfe verletzt,avayrend er sich das Gesicht mit den Händen bedeckte, schlug ihn ein Aufrührer von hinten"eile nieder. Man schnitt ihm Nase und Ohren ab und verstümmelte den Leichnam^ hie menschliche Form nicht mehr erkannte. Unterdessen entdeckte ein Blousenmannunter dem Bett und zeigte demselben Mittel und Wege, sich zu retten.^ äs > si ^mch, und durch seine Aussagen lernte man die nähern Umstände bei der Ermor-Maugin's kennen. Das Schicksal des Bataillonscommandanten Dupont istunbekannt geblieben. D. Red.