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Erster Band.
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Der pariser Straßenkarnpf vom Juni 1848.

Diese fürchterlichen Defeusivmauern und Schanzwerke, von mehren TausendVerzweifelten vertheidigt, stellten den Truppen Hindernisse entgegen, welche sie nurdadurch, daß sie jeden Pflasterstein mit ihrem Blut benetzten, beseitigen konnten.Die ersten Barrikaden der Straße Saint-Antoine wurden mit unglaublicher Erbit-terung angegriffen und vertheidigt. Sie waren fast dem Stadthause gegenüber er-richtet und wegen ihrer überaus wichtigen Lage die Zielscheibe des Angriffs und derVertheidigung. Um sie zu überwältigen, mußte man das Terrain Schritt für Schrittund die Straße Haus für Haus erobern; wenn man hineinkam, fand man dasHaus leer und die Soldaten Verliesen sich in unnützem Nachsuchen. Die Insurgen-ten hatten mit den benachbarten Häusern Verbindungen, die so versteckt angebrachtwaren, daß man sie nicht auffinden konnte, und die sich bis oben nach der NueGeoffroy-Lasnier hinzogen. Den ganzen Sonnabend und die ganze Nacht vom Sonn-abend auf Sonntag schon donnerte schweres Geschütz gegen diese Positionen, die abererst nach einer Reihe von Gefechten genommen wurden, wobei die Linie und Mo-bilgarde viele Offiziere verloren und fast alle Artilleristen, welche die Kanonen be-dienten, Wunden davontrugen. Am 25. Morgens rückten die Truppen bis in dieStraße Saint-Antoine vor. Um 7 Uhr wurde dort der General Duvivier am Fußeverwundet, als er eben seinen erfolgreichen Angriff weiter fortsetzen wollte. DerGeneral Perrot folgte ihm und betrieb den ganzen Sonntag eifrigst den Marsch derKolonnen gegen die Bastille hin, während der General Negrier, an der Spitze einerAbtheilung Linie, mit der Artillerie der Nationalgarde nach dem Quai des Ormes abging,um sich längs der Quais hin nach dem Pont Marie und der Kaserne der Cölestincrzu richten, die noch von Insurgenten besetzt war. Der General überwältigte unter-wegs zahlreiche Barrikaden, nahm, nicht ohne lebhaften Widerstand, die Kasernewieder ein, und vertrieb die Insurgenten aus dem Kornspeicher, wo sie sich eingeni-stet hatten. Die Truppen gingen theilweise am Flusse bis zur Brücke von Auster-litz hinauf, die sie einnahmen, und marschirten von da zurück über den BoulevardBourdon nach dem Bastillenplatz hin. Der General Negrier hatte eben einen Com-mandanten der Nationalgarde abgeschickt, Verstärkung zu holen, um den obern Theilder Straße Saint-Antoine zu säubern, wo die Insurgenten noch in der Nähe derKirche Saint-Paul und der Mairie des 8. Arrondissements am Place RoyaleStand hielten, als er an der Ausmündung der Straße Saint-Antoine, der großenBarrikade, die den Eingang des Faubourg sperrte, gegenüber, von einer Kugel tödt-lich getroffen wurde. Gleiches Schicksal hatte der Repräsentant Charbonnel, der ne-ben dem General Negrier ritt. Unterdessen besetzte der General Lamoriciere dieStraße des Faubourg du Temple und die Linie der Boulevards bis an die Rue desFilles-du-Calvaire. Hier waren einige im Bau begriffene Häuser von den Insurgen-ten eingenommen, die aber bald durch Kanonen, welche als Batterie auffuhren undvon Secunde zu Secunde feuerten, daraus vertrieben wurden, sodaß der GeneralLamoriciere gegen Abend seine Verbindung mit den Colonnen der Generale Perrotund Negrier auf dem Bastillenplatz bewerkstelligen konnte, und die vereinigten Streit-kräfte der Regierung endlich vor dem Faubourg Saint-Antoine standen, welches andiesem Tage vom Morgen bis Abend bombardirt worden war.

Der 26. Zum.

Die am 24. und 25. fast auf allen Punkten geschlagene Jnsurrection wurdeam 26. Juni vollends überwunden. Das linke Ufer, die Cite und die Insel Saint-Louis befanden sich- völlig aufgeräumt. Auf dem rechten Ufer waren die FaubourgsMontmartre, Poissonniere, Saint-Denis und Saint-Martin ganz gesäubert, und dieLinie der Boulevards, das Quartier du Temple und Quartier Saint-Antoine be-fanden sich in den Händen der Truppen; aber die Jnsurrection hielt sich noch haupt-sächlich in zwei Außengegenden: im Faubourg du Temple, wo die Truppen blosstellenweise die Oberhand hatten, und im Faubourg Saint-Antoine, wovon nur derTheil bei der Brücke von Austerlitz und längs der Seine bezwungen worden war.