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Der pariser Straßenkampf vom Juni 1848.
über die Schanzen hinweg, stürzten nach dem Bastillenplatz und liefen Sturm gegendie Vorstadt, um die ersten Fahnen von den Barrikaden zu erbeuten. Vergebensrief sie der General Perrot zurück und drohete ihnen, er werde mit Kanonen aufsie schießen lassen, wenn sie nicht gehorchten; aber nichts konnte ihren Anlauf hem-men. Der General, rasch entschlossen, ließ auf der Stelle den Sturmmarsch schla-gen und das 48. Linicnregiment nachrücken, welchem sich die Nationalgarde anschloß.Man theilte sich im Sturmschritt in drei Colonnen ab; die erste marschirte geradegegen den Faubourg los; die zweite griff die Rue de Charcnton, die dritte die Ruede la Roquette an. Ein lebhaftes Gewehrfeuer krachte von Seiten der Insurgentengegen die Angriffscolonnen, aber die ersten Barrikaden waren bald gestürmt und dieMeuterer stoben nach allen Seiten hin auseinander. Die Truppen stürzten in dieStraßen, in die Häuser und besetzten schnell von Barrikade zu Barrikade den ganzenFaubourg, trotz eines hier und da noch erbitterten Widerstandes.
Diese voreilige Erstürmung des Faubourg Saint-Antoine hinderte den GeneralLamoriciere an der beabsichtigten Entwickelung seiner Truppencolonnen, die sich vomKanal bis über die Thronbarriere hinaus in einem Halbzirkel ausbreiten sollte, umdie Insurrection von der Seite und von hinten her anzugreifen, und ihr jeden Rück-zug abzuschneiden. Es war zu bedauern, daß diese strategische Bewegung nicht ge-lang, denn die Hauptansührer und Hauptbanden des Aufstandes hätten sich an jenerStelle nicht retten können, wie sie es gethan haben. Wahrend man sich auf demBastillenplatz und im Faubourg Saint-Antoine schlug, verschanzten sich die aus demFaubourg du Temple und vom Boulevard zurückgeworfenen Insurgenten auf derandern Seite des Kanals, der, wie die Chefs ganz richtig ausgerechnet hatten, fürsie gleichsam den Wallgraben einer großen Festung abgeben konnte. Hinter sich hat-ten sie die Gemeinde von Belleville revolutionirt, die ihnen als Anhaltspunkt dienteund ihren letzten Rückzug deckte. Endlich bis zu den Barrieren hin gedrängt, ver-theidigten sie sich noch an mehren Stellen der Aollmaucr, die mit Schießlöchern undAusgängen durchbrochen war, und jenseit welcher sie die Bäume umgehauen undBarrikaden errichtet hatten. Eine der stärksten Barrikaden war am Eingang derRue Pyat und Rue Saint-Laurent gebaut und lag der Barriere von Belleville ge-genüber; eine andere erhob sich vor der Mairie von Belleville, war aber lange nichtso fest und daher nicht, im Stande, einen ernstlichen Angriff auszuhalten. Zahlreicheandere Barrikaden, die man weiter hinaus die ganze Rue de Paris entlang bis zuden Festungswerken von Romainville hin aufgeführt hatte, sollten die Insurgentengegen einen Angriff schwerer Cavalerie oder leichter Infanterie schützen, der von Bondyoder Vincennes die Straße von Romainville her kommen konnte. Die Möglichkeiteines Überfalls von dieser Seite her schien ihnen viel Sorge zu machen, denn siefürchteten jeden Augenblick von den Truppen umgangen und blockirt zu werden,ohne daß sie einen Ausweg behielten. Sie blieben vom Fbeitag bis Montag in die-ser Stellung. Schon am Montag Morgen führte die Niederlage des Aufstandesim Faubourg Saint-Antoine den Abfall einzelner Insurgenten herbei; man sah dieseEinzelnen die Chausseen von Me'nilmontant und Belleville hinaufgehen, um einen Schlupf-winkel zu suchen und die Waffen auf dem Felde zu verstecken. Gleichzeitig verließen diedem Bombardement ausgesetzten Einwohner von Menilmontant, Les Trois Couron-nes, Belleville und der ganzen zu diesen Gemeinden gehörigen Umgegend ihre Häu-ser und flüchteten sich mit ihren Frauen und Kindern, mit Habseligkeiten und Lebens-mitteln ins Freie, um, wie sie hofften, bald wieder in ihre Logis zurückzukehren. Dieserglückliche Augenblick blieb für sie auch nicht lange aus; denn zwischen 5 und 6 UhrAbends wurden die stärkern und schwächer» Barrikaden in Belleville weggenommen,und die Nationalgarde, Mobilgarde und Linie, von Artillerie unterstützt, säubertenganz Belleville von den Insurgenten, die aus allen Stellungen wichen und in ord-nungsloser Flucht nach allen Seiten hin Reißaus nahmen.
Die Gefechte am 26. Abends in Belleville waren die letzten Scharmützel derViertägigen großen Bürgerschlacht in und vor den Mauern von Paris. Man nimmt