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Erster Band.
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270 Schami! und der heilige Krieg im Osten des Kaukasus.

ihm gehört eigentlich Derbend. Es besaß in der Regel mehre untereinander unabhän-gige Herrscher meist einer Abkunft, von diesen aber auch unabhängige Dörfer. Der-bend, sowie das Chanat Kuba wurden schon in den ersten Jahren dieses Jahrhun-derts Rußland einverleibt, nachdem ihre Herrscher vertrieben worden waren. Diekurinsche Herrschaft oder das Chanat Kuräle machte früher einen Theil Tabaßeransaus und ist neuern Ursprungs. Es wurde in den zwanziger Jahren unterworfen,nachdem sein Herrscher sich zuvor des Chanats Kasikumück bemächtigt hatte. DiesesKasikumück bildet mit Awar zwei Chanate im eigentlichen Lesghistan, deren Herrschernach ihren Persönlichkeiten einen größer« oder geringern Einfluß aus die Lesghierstammebesaßen. Awar unterwarf sich zwar 1807, aber sein Herrscher Umchan erhielt dagegeneine jährliche Rente von 10000 Rubeln. Die beiden Chane von Kasikumück undAwar spielten in'den frühern Jahrhunderten eine wichtige Rolle, indem sie bei denhäufigen Streitigkeiten der persischen Schatze unter sich oder mit ihren Vasallen,den Schirwanschahen, und mit den georgischen Königen dem einen oder dem an-dern gegen Erstattung eines bedeutenden Lohngeldes zu Hülfe zogen, in den Zeitender Ruhe hingegen raubend und plündernd im Süden des Kaukasus einfielen.Heute waren sie Bundesgenossen, morgen vielleicht raubsüchtige Feinde, welche stetsmit Beute reich beladen in ihre schwer zugänglichen Thäler zurückkehrten. Unterihrer Fahne versammelten sich Einwohner fast aller Gauen des Lcsghierlandes; dieChane von Kasikumück und Awar übten deshalb über diese einen größer» odergeringern Einfluß aus, der selbst an Herrschaft grenzte. Endlich ist noch eineHerrschaft zu nennen, welche seit dem Jahre 181-1 öfters genannt wird und aufdem Südabhange des Kaukasus östlich von der frühern dsharschen Republik einenschmalen Landstrich bildet. Es sind dieses die Besitzungen des Sultans von Elißui.Der östliche Kaukasus beherbergte in frühern Zeiten noch zwei Republiken, derenEinwohner gleich denen der Schweiz fremden Herrschern gegen Sold dienten und eben-falls meist mit Beute reich beladen in ihre Heimat zurückkehrten, um daselbst in einemgewissen Wohlstände zu leben. Die eine Republik bestand aus fünf lesghischen Ver-brüderungen, die vor langer Zeit schon von den kachischen (kachethischen) Königen dieErlaubniß erhalten hatten, nördlich vorn Alasan sich am Fuße des Kaukasus nieder-zulassen und dagegen sich verpflichten mußten, für die königliche Familie in den heißenSommermonaten das nöthige Eis aus dem Hochgebirge zu holen. Nach ihrem Haupt-orte führte die Republik den Namen der dsharschen. Die zweite Republik bestandaus 12 Verbrüderungen, die ein freundliches im Norden von Kaitach auf beidenSeiten des Gebirges gelegenes Ländchen, Dargo, bewohnten. Nach dem Hauptorteführte sie früher auch den Namen Akuscha.

Kasi Mollah, der erste Murschrd.

So viel auch Murschiden (Religionslehrer) nach Scheich Manßur im Osten desKaukasus existirten, so vermochte lange keiner, am wenigsten einen politischen Einflußzu erhalten. In dem Dorfe Kurtomir in Schirwan lebte in dem zweiten Decemüuwdieses Jahrhunderts ein Murschid, Hadshi Ismail Effendi, der sich durch seine Fröm-migkeit auszeichnete. Dass er ein Schüler des hochgefeierten Halidsha Schah in Bagdadgewesen war, vermehrte die Anzahl seiner Anhänger. Er bildete damals alle Mur-schiden für das Gebirge und so auch den Mohammed Effendi, den Religionslehrerfür Tabaßeran und Kuräle. Damals war Jermoloff Generalstatthalter in Tiflis, einMann von Energie und seltener Thatkraft. Er verstand die Kriegführung auf einem stschwierigen Terrain, indem er orientalische Herrscher nachahmte und sich weniger umKleinigkeiten bekümmerte. Viele Fürsten und Volksstämme des Gebirges zahlten Tri-but; dafür ließ er sie aber in ihren eigenen Pfählen gewähren, was sie für gut hielten-Versagte Jemand den Tribut oder machte einen Einfall auf russischem Gebiete, sterschien er augenblicklich furchtbar strafend, ohne sich aber später weiter in die innernAngelegenheiten einzumischen. So hatte er sich auch im Jahre 1820 den ArßlakChan von Kasikumück und Kuräle unterworfen und machte später wiederum einen