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Erster Band.
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274 Schaun! u»d der heilige Krieg im Osten -eS Kaukasus.

General Kochanoff war durch Obrist Miklascheffsky ersetzt worden. Mit demhartnäckigen Widerstand der Kaukasier nicht vertraut, meinte dieser neue Chef daSfeindliche Heer in Tschunkeskans Wäldern mit leichter Mühe aufheben zu können. Erwurde ein Opfer seiner Kühnheit, wenn es auch sonst den Russen gelang, ihren FeindauS seiner festen Stellung zu vertreiben. Glücklicher als im Kaukasus waren dieRussen in Polen gewesen. Kaum war die dortige ReSslution gedämpft, so wurde derGeneral Gregor Rosen (ein Verwandter des früher erwähnten Generallieutenants glei-chen Namens) mit bedeutenden Hülfskrästen als Generalstatthaltcr nach Tislis gesen-det. Kasi Mollah erschien schon nach dem ersten Erwachen des Frühlings 1832 mitseinen fanatischen Scharen aus der Tereklinie, raubte und plünderte und bedroht«selbst Kislär und Wladikaukas. Da stellte sich Rosen selbst an die Spitze eines bedeu-tenden Heers, durchzog im Hochsommer ebenfalls sengend und brennend das Tschetschen-land, überschritt den Ssulak (d. h. den untern, aus den Engpässen herausgetretenenKoißu), nahm das befestigte Dorf Mietly weg und überschritt unter tausend Beschwer-den und nach mancherlei Gefahren das Nordende des Kaitachgebirges, welches hier sichnoch ein mal in einem mächtigen Gebirgsstock, dem Touß-Tau, zu concentriren scheint.Sieben Tage bedurfte man russischerseits zu diesem Übergang, dem sich an allenEcken und Enden die fanatischen Lesghier entgegensetzten. Furcht ergriff die Feinde,als die Russen die Höhen Herabstiegen; mehre Häuptlinge, wie Hamßad Beg, zogensich vor der Übermacht der Feinde zurück. Der unerschrockene Kasi Mollah warf sichin das mit einer dreifachen Mauer und aus hohem Felsen gelegene Himri, und setztemir seinen Getreuen, unter denen sich auch der spätere Murschide Schamil befand,den hartnäckigsten Widerstand entgegen. Die Russen umstellten die Burg, um jedeFlucht zu vereiteln. Alle Vorschläge der Übergabe wiesen die Tapfern mit Verach-tung zurück; die Besatzung wollte sich selbst dann noch nicht ergeben, als die drei-fache Mauer eingeschlossen war. Am Morgen des 18. Oct. 1832 wurde endlichHimri mit Sturm genommen und Kasi Mollah fand man unter den Erschlagenen.Wie Schamil entkommen ist, weiß man nicht, die wunderbare Rettung vermehrteaber später seinen Einfluß.

Hamßad Weg, der zweite Murschid.

Mit dem Tode de- fanatischen Murschidcn meinten die Russen, daß sich diereligiöse Aufregung von selbst legen würde, versuchten aber auch ferner noch die Fürstendurch Geschenke und Versprechungen an sich zu fesseln. Im Herzen Hamßad Beg'skochte eS aber noch über den frühern schändlichen Verrath. Er stellte sich an dieSpitze der Bewegung, die zu leiten er unbedingt der Fähigste war. Priester unterstütztenden Häuptling in seinem Beginnen. Ebenfalls in den Koißu-Engpässen setzte er sichfest und versuchte ebenfalls nicht umsonst, eine Schar tapferer Streiter um sich zuversammeln. Sonderbar ist der Glaube, daß er aus gefangenen Russen, die er aufalle Weise an seine Person zu fesseln suchte, sich eine Leibgarde geschaffen habe, dieihn wahrscheinlich bei innern Gefahren schützen mußte, und die beständig eine großeAnhänglichkeit an den Tag gelegt haben soll. Es wird aber in den eigentlichen Be-richten, namentlich in denen über seine Ermordung, wo sie nothwendigerweise eineRolle gespielt hätte, nirgend dieser „Leibgarde Erwähnung gethan. Was HamßadBeg übrigens an Fanatismus und Überredungsgabe fehlte, ersetzte er durch persön-liche Tapferkeit und militairische Fähigkeiten. Das Jahr 1833 benutzte er hauptsäch-lich dazu, um seine Macht im Innern Lesghistans zu befestigen; als er aber auchversuchte, Dörfer des SchamchalS für sich zu gewinnen, überzogen ihn Abu Müßellim,der Schamchal, dessen Vetter Achmed Chan von Mechtuli, und der Kadi von Dargomit Krieg. Hamßad Beg ließ nicht lange auf sich warten und erfocht in deren Ge-biete und beim Dorfe Chergoff einen glänzenden Sieg. Um nicht auch die Russengegen sich in Bewegung zu setzen, verfolgte er die eben errungenen Vortheile nichtweiter, und zog sich in seine treuen Dörfer zurück.

Hamßad Beg hatte abermals und namentlich im letzten Treffen gesehen, welche»