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Erster Band.
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276 Schaun! und der heilige Krieg im Osten des KaukafuS.

Stimme, „habt euch vorgenommen, mich zu ermorden; was zaudert ihr noch langer?"Da griff Hadshi Murad nach dem verborgenen Dolche und Hamßad Beg stürzte getroffenzu Boden nieder. Die übrigen Verschworenen drangen nun auch in die Moschee undalle Anhänger Hamßad Beg's unterlagen. Doch kein Nachkomme der ermordetenChansfamilie war mehr vorhanden, um die Regierung zu übernehmen. Von allenSeiten bedrängt, gab endlich Hadshi Murad den Bitten seiner Landsleute nach undversprach Awar im Namen des letzten unmündigen Sprößlings zu verwalten. An-dern Nachrichten nach soll Schamil diesen sogleich haben ermorden lassen. Der in Pe-tersburg sich befindende Awar-Chan müßte demnach ein Sohn des ermordeten AbuNuzal sein, dessen hochschwangere Witwe dem Blutbade entkam.

Schamil, der dritte Murschid.

So waren die Russen auf einmal von ihrem größten Feinde befreit, sie ver-säumten aber «us eine unbegreifliche Weise die Zeit zu benutzen, um sich im InnernLesghistans festzusetzen. Man hörte selbst im Ansänge Hadshi Murad's Bitten nicht,ihm, dem vielfach Bedrängten, eiligst zu Hülfe zu eilen und die zahlreiche Scharder Feinde zu zerstreuen. Die Anhänger des ermordeten Hamßad Beg sammeltensich eiligst in dem befestigten und günstig gelegenen Dorfe Chozatl am awarschen Koißuund beschlossen fürchterliche Rache an Hadshi Murad und den Awaren zu nehmen.Der schon früher einflußreiche Murschid Schamil (Schamuil im Osten des Kaukasusausgesprochen) stellte sich an die Spitze und zog schnell nach Chunsak, wurde aberzurückgeschlagen. Mit neuen Kräften erschien er zum zweiten mal vor dem Haupt-orte des Landes, aber dieses mal gelang es nur der außerordentlichen Tapferkeit HadshiMurad's, dem Feind zu widerstehen. Nun erst sah man in Tiflis die Nothwendig-keit ein, seinen Bundesgenossen Hadshi Murad zu unterstützen, und General Laßkoiwurde beauftragt, diesem zu Hülse zu eilen. Noch in demselben Jahre erschienen dieRussen vor Himri, welches sich ohne Weiteres ergab, denn seine Festungswerke warennoch nicht wiederhergestellt. In der Meinung, daß man auch ferner ein leichtesSpiel hätte, rückte man rasch noch weiter vor. Doch Schamil erschien plötzlich mitseinen Anhängern und schlug den russischen General in die Flucht. Auf diese Nach-richt eilte Kluke von Klukenau, einer der tapfersten Generale am Kaukasus und einUngar von Geburt, von seinem Standort Temirchanschura (westlich von Tarku) mitder ihm zu Gebote stehenden Hülssmacht auss Schlachtfeld, sammelte die zerstreutenTruppen Laßkoi's und jagte nun seinerseits Schamil vor sich her. Eine Menge feind-licher Dörfer wurde zerstört und selbst Chozatl niedergebrannt. Siegend drang Klukevon Klukenau bis Chunsak. Um sich im Chanate wiederum größer« Einfluß zu ver-schaffen, setzte er einen Lesghier, Achmed Mohammed Mirsa, einen Sohn des kasi-kumückschen Chan Arßlan als Herrscher dieses Ländchens ein. Diese schnelle Hand-lung, welche wahrscheinlich aus Hadshi Murad's früherer Weigerung hervorgegangenwar, scheint aber doch die erste zu sein, welche Hadshi Murad kränkte; aber dochbewies er auch jetzt noch unbedingte Ergebenheit.

Daß man nach der Erstürmung Himris von Rußlands Seite aus kein besonderesGewicht auf den Krieg im Osten des Kaukasus mehr legte, hingegen dem Kampfemit den Tscherkessen alle Aufmerksamkeit widmete, geht daraus hervor, daß 1834 derschon von Paskewitsch entworfene Plan zur Eroberung Tscherkessiens in Ausführunggesetzt wurde. Weljaminoff, ein sehr tapferer und außerordentlich fähiger General undkeineswegs, wie man in neuerer Zeit hier und da ausgesprochen hat, ein Charlatanund Bramarbas, wurde beauftragt, die Plane, die Paskewitsch schon vor dem Aus-bruche der polnischen Revolution entworfen, auszuführen und zunächst eine Land-straße zur Verbindung Tschernomoriens mit dem Küstensort Gelendshik herzustellen.Wie sehr man sich auch hier täuschte, hat die Folge gelehrt. Man hätte freilich vielbesser gethan, alle damals disponibel« Truppen im Osten zu verwenden, bevor sichdort der Krieg zu der Höhe eines heiligen, eines fanatischen steigerte. Bis jetzt wares dort nur ein Guerrillaskrieg gegen den gemeinschaftlichen Feind, die Russen,-gewe»