Band 
Erster Band.
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Schamil und der heilige Krieg im Osten des Kaukasus. 283

Gaus, obwol sie ebenfalls ihre Unterwerfung angetragen hatten. Die Russen schlepp-ten eine Menge Gefangene in das Innere Rußlands; Andere waren in das Ge-birge entflohen und hatten von den Grausamkeiten erzählt, die ihrem Vaterlande wi-derfahren. Allgemeine Entrüstung gab sich von neuem in den Bergen kund. Selbstdie Anden, die wegen der Enthauptung ihres Kadi durch Schamil kurz vorher denRussen ihre Unterwerfung angetragen hatten, schlössen sich wiederum dem Mur-schidcn an. Schamil eilte aus dem Innern des Landes herbei, vermehrte auf seinemZuge von Tag zu Tage das Heer zu einer außerordentlichen Stärke, und trieb da-mit die Russen allenthalben aus ihren festen Positionen innerhalb der Gaue Awuchund Ssolotau wieder heraus. Nur Tscherkei, wo diese einen befestigten Brückenkopfangelegt hatten, blieb in deren Händen.

Nicht weniger unglücklich waren die Russen im Südosten Lesghistans. Gene-ral Fäsi wurde an die Spitze des daghestanfchen Detaschements gestellt und beauf-tragt, noch eine Winterexpedition nach den Gauen zu machen, die sich erst Schamilunterworfen hatten. Fäsi marschirte durch Dargo und begann seine Expedition mitder Eroberung Gergebils (Gerkawils), eines großen, auf hoher Felsenterrasse gele-genen Dorfs auf dem rechten Ufer des kasikumückschen Koißu. Seine günstigeLage bestimmte den General, den Ort zu befestigen und eine Besatzung daselbst zu-rückzulassen, zumal auch hier eine Brücke über den Fluß führte, die für die Russenin hohem Grade wichtig war. Nasch rückte er von hier nach Andalal, einem Gau,der zwischen dem Kars- und awarschen Koißu sich ausbreitet, und nahm das reicheDorf Tschoch nach geringem Widerstände ein. Plötzlich erschien Schamil mit einembedeutenden Heere und verjagte die Russen aus Tschoch und ganz Andalal. Aufseiligste zogen sich diese zurück, brachen aber, während der Murschid in Südostenweiter operirte, plötzlich in Koißubui ein und zwangen eine Menge Dörfer, sich we-nigstens momentan zu unterwerfen. Damit noch keineswegs zufrieden, rückte derkühne Murschid aufs eiligste nach Kumück, dem Hauptorte des kasikumückschenChanats, und nahm es ohne weitem Widerstand zu finden ein. Die ganze fürst-liche Familie wurde gefangen. Dieser glückliche Schlag war lange ein LieblingsplanSchamil's gewesen, der seit geraumer Zeit bereits in Kumück seine Anhänger besaß.Am meisten hatte Dshelalleddin, früher Mollah in Tabaßeran, dadurch beigetragen,daß er als Priester in Kumück besonders auf die fürstliche Familie großen Einflußhatte und diesen zu Gunsten Schamil's ausübte. Entfernte Verwandte der Chanewaren schon früher zu Schamil übergegangen, und namentlich spielt Hadshi ZagwiaChan, als einer der mächtigsten Münden noch eine große Rolle. Er wurde auchjetzt von Schamil als Chan eingesetzt. Die Russen hatten kurz vorher der ehrwür-digen Chanin Umi Hülsüm Bek, der Wittwe Arßlan Beg's, den in diesen Zeitenschwierigen Zügel der Regierung abgenommen und über die beiden damals verei-nigten Chanate Kasikumück und Kuräle zwei Prinzen aus fürstlichem Geblüt zuChans ernannt. Abdu Rachman Beg herrschte in Kumück, Arum Beg in Kuräle.Zufälligerweise war auch der letztere damals in Kumück und wurde ebenfalls ge-fangen genommen.

Der eingetretene Winter gestattete den Russen nicht, einen neuen Feldzug nachKumück zu machen. Sie begnügten sich damit, den Paß aufs eiligste zu besetzen,über den man nach Kuräle geht. Mit nur 300 Mann führte Obrist Ssaliffkinden schwierigen Auftrag aus. Fürst Argutinsky sammelte unterdeß alle ihm zu Ge-böte stehenden Truppen und eilte damit, sowie die Witterung eine Expedition er-laubte, ins Gebirge. Der neue Chan Hadshi Zagwia eilte mit einem Trupp Kasi-kumücken den Russen entgegen, wurde aber schon von der Avantgarde am Ritscha-vluß so geschlagen, daß er sich aufs eiligste zurückzog. Es geschah dieses bereits i>nersten Frühjahre 1842, eines an großen Thaten reichen, aber den Russen unglücklichenZahres. Argutinsky, ein Armenier, benutzte den so leicht errungenen Sieg seiner Avant»besetzte das befestigte Dorf Tschirach, und zog in aller Eile nach Kumück, welchessich auch nach kurzer Gegenwehr ergab. Hadshi Zagwia floh zu Schamil und br»