Band 
Erster Band.
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Scharrn! und der heilige Krieg im Osten des Kaukasus. 297

Volker standen zum Schutze ihrer Weste auf den Höhen westlich vom kasikumückschenKoißu, namentlich an dessen Vereinigung mit dem Karakoißn bei dem Dorfe Kikunna.Der georgische Fürst Andronikoff besetzte deshalb die Brücke über den kasikumückschen,General Kotzcbue die über den Karakoißn, sodaß, den russischen Berichten nach, Ger-gebil von seinem Verbündeten abgeschnitten gewesen sein müßte; es muß aber dochnoch eine Verbindung (wahrscheinlich mehr südwestlich) vorhanden gewesen sein, dadie Besatzung auch ferner mit den Kaukasiern communicirt. Die Belagerungsarmeemochte 14—16000 Mann betragen. Am 13. Juni begann der Angriff, haupt-sächlich von Südosten aus, wahrend nordöstlich Jeffdomikoff mit einem kleinern Corpssich ausgestellt hatte. Es galt zuerst einem weit nach Süden vorspringenden Felsen,von dem aus die Besatzung am meisten schadete. Ein furchtbares Feuer wurde eröffnetund so lange fortgesetzt, bis der Felsen unter furchtbarem Krachen zusammenbrach.Es wurde weitere Bresche geschossen, aber Schamil hatte den zerklüfteten Felsenkegel,aus dem das Dorf liegt, auf eine Weise befestigt, daß alle Kanonenkugeln und Bombennur unbedeutenden Schaden thaten. Drei Breschen waren endlich geschossen, dastürmten die Russen, eroberten die Vorwerke und drangen selbst bis in das Innereder Befestigung vor, allein nur Wenige von ihnen mögen mit heiler Haut zurück-gekommen sein. Verhaue, Barrikaden und Falllöcher wechselten vor und in der Bestemiteinander ab und namentlich fanden Hunderte von Russen einen martervollen Todin den letzter«. Ein zweiter Sturm wurde ebenso blutig zurückgeschlagen als der erste.

Wenn auch russische Berichte nichts davon melden, so müssen doch die Berg-bewohner von der Höhe eines Berges, der das Gebirge zwischen dem Kara- und kasiku-mückschen Koißu an deren Vereinigung schließt, die Besatzung Gergebils bedeutendunterstützt haben. Woronzoff befahl Chodshal-Machi zu einem befestigten Lager um-zugestalten und hob am 18. Juni die Belagerung Gergebils auf. Auf dem Turtschi-Dagh gönnte er dem Heere, welches von der Cholera und von Augenleiden furchtbargelitten haben mochte, bis zum 6. Aug. Ruhe und begann dann die zweite Expe-dition, nämlich gegen das befestigte Dorf Ssalty, welches auf dem Westabhange desobengenannten Höhenzuges zwischen dem Kara- und kasikumückschen Koißu an einemkleinen Flüßchen, was vielleicht nur 1/2 Stunde davon in den erster» fließt, liegt.Mit dem Besitz des genannten Dorfes hoffte man wol im nächsten Jahre die Belage-rung Gergebils mit mehr Erfolg zu beginnen. Das Expeditionsheer gegen Ssalty warweit schwächer als das, welches gegen Gergebil operirt hatte, obwol es dasselbe geblieben.Man erfährt aber keineswegs aus den russischen Berichten, wie dieses geschehen, undman muß annehmen, daß einestheils sehr viel Russen vor Gergebil geblieben sindund anderntheils noch mehr an der Cholera daniederlagen. Das zerstörte schöneDorf Audakara wurde wiederhergestellt und besetzt; das Letztere geschah auch mitdem auf dem halben Wege nach Ssalty liegenden Dorfe Kudatschi (Kudali), sodaßdie Russen bis 2/2 Stunde von Ssalty vorgerückt waren. Die Bergvölker unterKibit Mohamma und Daniel Beg warfen sich aber plötzlich den Russen entgegenund es kam zu einem heißen Kampfe, in dem die Erster» zurückgedrängt wurden.

Aber auch auf der andern Seite und namentlich auf demselben Höhenzuge, vondessen Ende aus früher Gergebil von den Bergvölkern unterstützt worden war, hattendiese sich wiederum unter Anführung zweier tapferer Häuptlinge, Abakir Hadshi undMußa Belakansky, aufgestellt und schnitten namentlich die directe Verbindung desBelagerungsheers mit dem nur drei Stunden von Ssalty entfernten Chodshal-Machiab. Es fanden hier vom 22. Aug. an viele Kämpfe statt, bis endlich doch dieRussen das Feld behaupteten und sich namentlich im Dorfe Kuppa festsetzten. Nunerst begann die Belagerung des Dorfes Ssalty durch Kanonen - und Bombenfeuer,welches mehre Wochen lang unterhalten wurde. Eine Befestigung unterlag nach derandern und ein Felsenvorsprung wurde nach dem andern eingeschossen. Trotzdemhielt sich die Besatzung. Die Russen scheinen nur von Süden und Osten aus ope-rirt zu haben, denn die Lesghier standen in steter Verbindung mit der ungefähr!/, Stunden entfernten Brücke über den Karakoißu. Endlich wurden furchtbar?