308 Der Socialismus und Communismus in Frankreich.
»rdnung die harmonische Befriedigung oder das Glück selbst ist undvollzieht, oder: „la Serie c>i8tribns lss Ilarmonies."
Ist das wahr für den Kreis, den der menschliche Verstand erkennt, so ist esnicht minder wahr für das All, denn es kann dieses All nicht im Widerspruch stehenmit dem lebendigen Ich. Die Totalität des Seienden aber hat vier Hauptgebiete,in denen jenes Gesetz aller Bewegung gilt: das sociale, das animale, das organischeund das materielle. Es ist nothwendig, daß Alles, was in diesen Gebieten existentist und sich bewegt, miteinander im Wesentlichen übereinstimme, denn Alle sind doch !nur Erscheinungen derselben ewigen Nothwendigkeit. Diese innere Identität des Lebensist ausgedrückt in der Analogie; durch die Analogie lassen sich die geheimsten Lebens-beziehungen der Dinge überhaupt erkennen; sie bildet gleichsam den Übergang vondem einen Gebiete in das andere. Dasjenige jedoch, was sich Fouricr als seine Auf-gabe setzte, ist das erste, das sociale Gebiet. Das Gebiet des gesellschaftlichen Lebenswird von den Trieben und ihrer Serie beherrscht. Die Erkenntniß desselben, undmithin die Erkenntniß der Bestimmung der menschlichen Gesellschaft, beruht darauf,daß man diese Triebe und ihre Harmonie erfasse; denn die Befriedigung dieser Triebeist eben die Bestimmung, das Glück der Menschen, die „vsstinss sooials". Alle Triebeaber theilen sich in drei Hauptgruppen, die natürlich unter sich wieder als Reihen-ordnung, Serie, erscheinen, nämlich: in die Triebe des Luxus oder des concretenGenusses, in die Triebe der Gruppe, welche die einzelnen Menschen miteinander per-sönlich verbinden, und die Triebe der Serie, welche die Masse der Menschheit beherr-schen. Alle diese Triebe sollen ihre volle Verwirklichung finden; erst in ihrer wirk-lichen Harmonie ist die „Oestinss oooisls" erreicht. Wie aber ist das möglich? EineVoraussetzung bedingt hier Alles; es ist die, daß die Menschheit die materiellen Mittelgewinne, um ihren Trieben vollkommen freien Lauf zu lassen: „der Reichthum ist die ,Quelle alles Glücks!" Mithin muß vor allem dieser Reichthum auf seinen höchstenPunkt gebracht sein und ein allgemeiner und unbegrenzter für Alle werden. So steht,mit einem fast gewaltsamen Übergang, Fouricr vor der eigentlichen Aufgabe einersocialen Theorie, vor der Lehre von dem Reichthum und dessen Vertheilung. Semerstes Resultat ist der an sich großartige Gedanke, daß das Leben der Erde noth-wendig mit der Bestimmung des Menschen in Harmonie stehen müsse. Ist das aber,so muß die Erde bereit sein, die Mittel des Genusses jedem Menschen darzubieten.Sie hat daher ein Leben wie der Mensch selbst; 80000 Jahre wird sie bestehen, wieder Einzelne 80 Jahre lebt, und man erkennt daraus, daß wir uns noch in derKindheit des Lebens dieses Erdballs befinden. Die Existenz des Erdballs ist nochnach allen Seiten hin gebrechlich und mangelhaft. Allein diese Existenz wird durchdas obige Gesetz beherrscht; die Erde muß nothwendig dahin kommen, dereinst ihreganze gegenwärtige Form umzugestalten; das Meerwasser wird ein süßes Getränkwerden, die Raubthiere werden verschwinden, eine freundliche Temperatur wird allent-halben herrschen, Früchte werden in allen Zonen im Überflüsse reifen, und der Menschwird mit doppelter Genußfähigkeit dem doppelten Reichthum seiner irdischen Heimatentgegentreten. Wir halten uns bei diesen Utopien nicht auf; sie zeigen nur, daßkein Verstand und kein Princip mächtig genug ist, um die Zukunft der Dinge andersals mit der äußersten Gefahr für die vernünftige Besonnenheit vorhersagen zu können.Fouricr selbst hat hierauf nicht so gar großen Werth gelegt; indessen muß man jeneGedanken kennen, um die Idee der Geschichte und die Kritik der heutigen Civilisa-tion bei Fouricr zu verstehen.
Das bisherige Leben der Menschheit, das etwa 6000 Jahre zählt, ist offenbarnur das Leben der Kindheit, und diese Kindheit dauert im Ganzen etwa 8000 Jähre.Sie hat ihre eigene Geschichte und wird in sieben Perioden getheilt. Unser gegen-wärtiger Zustand ist der fünfte Abschnitt in dieser Geschichte; es ist die Epoche derCivilisation. Derselben folgt die sechste, der Zustand der Gewährschaft, des „Vsrsn-tisme, in dem das Princip der Association theilweise sich vollzieht, bis in der sieben-ten, der einfachen Gesellschaftmig, der Übergang zur großen Glücksperiode sich ernst-