Der Socialismus und Commnuismus in Frankreich. 311
> dieses praktische Phalavstere schlug gänzlich fehl, und jetzt war man ebenso rasch
i wieder entmnthigt. DaS Blatt „lOmInustero" horte 1833 ebenfalls auf zu er-
- scheinen; „ es entstand ein Stillschweigen um Charles Fourier."
° Da trat plötzlich Victor Considerant, das gegenwärtig:,Haupt der Schule, mit
' aller dem Franzosen eigenen Lebendigkeit, aber zugleich mit Überzeugung und Begei-
) sterung an die Spitze der Sache. Considerant hatte Takt genug, die praktische Aus-
t führbarkcit zunächst gänzlich liegen zu lassen; er wendete sich der theoretischen Seite
'> ! zu, und knüpfte an die religiösen Ideen des Systems an, die er zuerst 1835 öffentlich
, vertheidigte. 1836 schrieb er seine „vsstinss sociale", mit welcher Schrift cigent-
r ^ lich die gegenwärtige Schule beginnt, und die eine leichtfaßliche und praktische Dar-
, stellung der ganzen Theorie enthält. Daneben hielt er beredte öffentliche Vorlesun-
d gen, in denen er die Spitzfindigkeiten der Theorie fallen ließ und die Hauptsachen
e verständlich darstellte. Der Beifall kam ihm entgegen; schon 1836 konnte man die
>t „IRalungs" gründen, ein zwei bis drei mal monatlich erscheinendes Blatt, das schon
seit 1840 drei mal wöchentlich erschien und die Theorie der Schule vertrat und ver-h breitete. Unterdessen starb Fourier am 10. Ock. 1837 in seinem 66. Jahre; die
i- Liebe seiner Schüler und die Achtung eines großen Kreises' tüchtiger Männer beglei-
li kcre ihn zu seinem Grabe, aber die Blüte seiner Schule hatte er nicht gesehen. Diese
n begann eigentlich erst mit dem Jahre 1843, wo die „Ulmlangs" zu einem Tagsblatt
!; wurde unter dem bekannten Namen drr „vsmocrutis xmoitlgns". Es war das
>. die Zeit, wo die öffentliche Meinung in Frankreich zu begreifen anfing, daß das con-
n stitukionelle System der Regierung im reinen Parteiinteresse ausgebeutet werde, und
n daß man, da man der Form nach diesem System keinen Borwurf machen konnte,
:r die Thätigkeit desselben in seinen materiellen Verhältnissen angreifen müsse. Hier
is fand das Organ des Fourierismus einen freien und demnach höchst wichtigen Platz,
ol ' Man muß, um die Bedeutung desselben zu würdigen, sich vergegenwärtigen,
u daß die ganze Journalistik Frankreichs sich von jeher ausschließlich mit politischen
u Partcisragen beschäftigt hat, ohne sich um das materielle Wohl des Landes und die
Aufgaben der Regierung in dieser Beziebung zu kümmern. Die Redaction deru „vsmocrsiis pociligus" hatte von Ansang an Tact genug, die Vertretung des rein
m Fvurieristischen Systems zur Seite zu lassen, und sich zum Organ für alle wahren
is innern Bedürfnisse des Volks zu machen, stets von dem Gesichtspunkt ausgehend,
m daß die bloße Form der Regierung ziemlich gleichgültig sei, wenn sie nur eben dazu
m benutzt werde, um die bleibendsten Interessen des Ganzen zu fördern. Die „vsmo-
t- cratis pacilic;us" ward dadurch das einzige Blakt, das als ein zugleich unparteii-
ge sches und verständiges galt, und dieser höchst wichtige Standpunkt derselben, aufn, welchen sie zuerst die Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verhältnisse als die erste
n- Ausgabe der Negierungsgewalt hingestellt hat, gab dem Fourierismus seinen ganzen
e- gegenwärtig so hochwichtigen Einfluß, um so mehr, da derselbe mit der größten Ent-
ti- schiedenheit die friedliche Entwickelung der Dinge als die allein wahre und mögliche
er in den Vordergrund schob. Seit dieser Zeit überflügelte die publicistische Thätigkeit
u- der Schule die systematische bei weitem, und jemehr sie von ihrem System der Praxis
m und dem Erreichbaren aufopferte, desto mächtiger gestaltete sich ihr Einfluß. Die
n. „vslnoorstis pacitigns" war das erste Blatt, das bei der letzten Revolution die
en Arbeiterfrage anregte, und diese Frage war noch wichtiger als die Frage um die
ge politische Republik. Indessen ist doch auch die systematische und literarische Bear-
rd beitung des Fvurieristischen Systems in dieser ganzen Zeit keineswegs unbedeutend.
:r- Wir besitzen im Gegentheil mehr oder weniger ausführliche Werke von Paget, G. de
:r- Gamond, Pompe'ry, Ne'naud, Cantagrel, und mehre kleine Schriften von Considerant.ier
Die socialistischen Richtungen.
nd ^he wir nun zur Geschichte des eigentlichen Communismus fortschreiten, müssen
^r einen aus eine Classe von Arbeiten werfen, die, sich dem Socialismus an-te; schließend, doch eigentlich weder ihm noch dem Communismus angehören. Wir br-