314 Der Socialismus und Communismus in Krankreich.
er allein geschaffen hat, und gewiß wird er gerade in solcher Weise für die Zukunftnoch hochwichtig werden.
Wir schließen die Aufführung dieser Richtungen mit derjenigen, die wir die ^publicistische Seite der socialen Bewegungen nennen möchten. An ihrer Spitze steht ^ein Mann, den seine neuesten Schriften und seine Theilnahme an der letzten Revo-lution zu einem bekannten Namen in ganz Europa gemacht haben, nämlich: LouisBlaue. Er bildet den Übergang von der rein republikanischen Partei zu der Partei ^der Socialisten und Kommunisten, und es wird unten gezeigt werden, wie dieselben >sich zueinander verhalten. Schon im Jahre 1836 war er Hauptredacteur des Jour-nals „lw Kon ssns", das vor allem die Erhebung der niedern Volksclassen als ^die wahre Aufgabe des Staats hinstellte. Indessen fand dies Journal, selbst nochnicht recht klar über Das, was es eigentlich wollte, anfänglich auch im Publicumnoch keinen Anklang: es hörte 1838 zu erscheinen auf. Doch trat schon 1839Louis Blanc mit der „ksvns du progrös", hervor, die in jeder Weise dahin ar-beitete, die republikanischen Ideen mit den socialen zu verschmelzen. Louis Blancselbst aber entwickelte zuerst seine eigenen Gedanken 1841 in der kleinen, oft aufge-legten Schrift „Organisation (In Irar-ail". Diese Schrift fand großen Anklang,und es scheint unzweifelhaft, daß ihr Einfluß in den neuesten Bewegungen keingeringer gewesen ist. Der Grundgedanke dieser Schrift läßt sich in wenigen, aber ^inhaltreichen Worten aussprechen: sie geht davon aus, daß der Grund aller Ver- !schlechterung des Looses der armen Classe die ungeordnete Concurrenz ist. Die Con- >currenz, meint er, vernichte das Volk, weil sie zu einer maßlosen Herabsetzung der lArbeitslöhne zwinge, sie vernichte den Besitzenden, weil sie die Capitalien gegenein-ander aufreibe. Die Schrift beweist ferner, daß diese Concurrenz durch das BeispielEnglands vcrurtheilt sei, und stellt die Frage auf: in welcher Weise man ihr und ,ihren Gefahren abhelfen könne. Die Antwort ist einfach und großartig genug. Esist, sagt Blanc, ein anerkannter Grundsatz der Volkswirthschaft, daß das größere Ca-pital stets das kleinere besiege. Der Staat aber ist entschieden der größte Capitalist;er muß daher die hauptsächlichste einheimische Production übernehmen, indem erselbst als Cvncurrent der übrigen Capitalisten auftritt. Thut er das, so wird ersehr bald im Stande sein, alle kleinern Capitalien zu vernichten, und die ganzeProduction zu einer Staatssache zu machen. Dann wiederum kann er den Lohn sohoch setzen als er selbst es für nöthig hält, und mithin die niedere Classe, das ei-gentliche Proletariat, in jeder Weise heben und schützen. Damit aber in dieser Be- ^wegung nicht die Freiheit des Volkes verloren gehe, muß diese Skaatsindustrie selbstwieder demokratisch geregelt werden. Jede Arbeitsanstalt wird daher von selbstge-wählten Vorstehern geleitet, und diese Staatsindustrie beherrscht sich daher durch sichselbst. Dies ist der wesentliche Inhalt jener kleinen Schrift, durch welche Blancdie Aufgabe einer freisinnigen und materiell heilsamen Gestaltung der Industrie ge-lost zu haben glaubte. Ohne jetzt schon auf die praktische Durchführung dieser Ideeeinzugehen, muß es uns hier genügen zu bemerken, daß sie gerade denjenigen Punkttraf, der in der bisherigen Entwickelung immer am unklarsten geblieben war — dieVerbindung der Federungen des Proletariats mit denen des Nepublikanismus. Es >ward von einem entschiedenen Republikaner zum ersten mal geradezu erklärt, daßdie Republik das Proletariat und seine Verhältnisse zur Ausgabe habe. Ob Das,was man erreichen wollte, ausführbar sei oder nicht, daraus kam es nicht so sehr an;das verbindende Band zwischen b-iden war gefunden. Der Nepublikanismus hatteeine ungeheure Macht, aber auch eine ungeheure Verantwortlichkeit gefunden, unddie Geschichte des Communismus, zu der wir nun übergehen, wird zeigen, wie sichdie jüngsten Ereignisse in Frankreich bereits vor Jahrzehnden vorbereitet haben.
Der französische Communismus.
Auch der Name des Communismus ist noch unklar; man bezeichnet oft mehr,oft weniger damit, wenngleich man stets darüber einig, daß di« Hauptsache der