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Erster Band.
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322 Der Socialismus und Communismus in Frankreich.

nichts, was ihn von dem Babeufismus unterschiede, als die größere Plumpheit undAnmaßlichkeit seiner Behauptungen und Drohungen; er will nicht blos absolute Gü-tergemeinschaft und die Gemeinschaft der Weiber, sondern er will auch seine Zweckedurch Blut und Mord verwirklichen. Es ist die dunkelste Schattenseite der socialenBewegung, und wir eilen schnell über sie hinweg, um so mehr, da ihr offenbar nurem geringer und schlechter Theil des Proletariats angehört.

Beiweitem bedeutender ist der theoretische Communismus, den wir besonders inCabet vertreten sehen, und den man wol den Communismus im engern Sinn ge- 'nannt hat. Cabet war vor 1830 Republikaner und blieb es, bis er 1834 wegenseiner Theilnahme an dem Aufstande verbannt wurde. Er ging darauf nach Eng-land, und hier gelangte er, vom reinen Nepublikamsmus ausgehend, zu der Einsicht,daß die Republik als solche dem Volke nicht helfen werde und könne. „Was istdie Republik, die Demokratie?" fragte er sich. „Ist sie besser für uns als die Mon-archie? Wird sie uns Arbeit und Brot geben? Wird sie unsere fälligen Zahlbriefezahlen? Wird sie uns von Sorgen und Leiden befreien?" Nein — das wahreGlück des Volkes wird nicht auf seiner Staatsform, sondern auf dem Princip derGemeinsamkeit der Güter, der Arbeit und der Erziehung beruhen. In diesen Ideenbefestigte ihn gerade England mit seinen schroffen Gegensätzen zwischen Armuth undReichthum mitten in aller staatlichen Freiheit. Zurückgekehrt nach Paris, gab ernun 1840 seine „VoyaZs su Icmris" heraus. Es besteht dieses Werk aus zweiHaupttheilen. Der erste ist eine Darstellung Jcariens, des Landes der allgemeinenund absoluten Gleichheit, eine reine Utopie, wie sie schon früher von Morris, Cam-panella und Andern gegeben wurde, die aber hier in der That blos als eine Despotiedes Princips der Gleichheit über das der Individualität erscheint. Der zweite Theilzeigt dann, wie ein solcher unendlich glückseliger Zustand aus dem gegenwärtigen >Zustande hervorgehen kann. Sein Hauptmittel, seine Lehre, sein System faßt er zu-sammen im Begriff und Wort der Brüderlichkeit, deren erster und nothwendigsterErfolg die Gütergemeinschaft sein wird. Freilich hätten alle diese Utopistischen An-sichten wenig Bedeutung gehabt, Wenn nicht die Zeitverhältniffe ihnen ihre eigenthüm-liche Wichtigkeit verliehen hätten. Noch immer nämlich war das Proletariat in hef-tiger Aufregung, und das Quenisset'sche Attentat mußte offenbar Ähnliches auch fürdie Zukunft fürchten lassen. Die Bourgeoisie stand gleichsam auf immerwährendemKriegsfuß gegen den Arbeiterstand; der öffentliche Credit federte aber vor allen Din-gen öffentliche Ruhe. Wie war die zu gewinnen? Nur Ein Mittel gab es, sie zusichern; dieses war, dass man den Arbeiter selbst zur ruhigen Erwägung der Verhält-nisse veranlaßte. Der Übergang von der gewaltsamen Revolte zur theoretischen Er-örterung erschien, da er zunächst die äußere Ruhe brachte, als das beste Mittel ge-gen die Revolte der Straßen, und darin bestand zunächst die Bedeutung Cabet's,daß er sich auf das entschiedenste gegen jede Art der Gewalt erklärte. Es maggleichgültig sein, ob er dies Princip vom Fourierismus her angenommen hat odernicht; aber unter allen republikanisch-communistischen Richtungen hat er dasselbe zu-erst aufgestellt. Dies machte es ihm aber auch möglich, eine förmliche, von der öf-fentlichen Gewalt ungehinderte Propaganda des Communismus einzuführen. Zunächstgab er schon mit dem Jahre 1841 sein durchaus communistisches Journal, den „llopu-Isire" mit dem Hauptmotto: „^ssooistion oommunsutsirs" heraus. Ferner richteteer unter den Handwerkern förmliche abendliche Besprechungen ein über die „Vorigeen losris" und über einzelne communistische Fragen, welche den Namen der „Lauesiosrisns" annahmen. Desgleichen ward ein „^Imsnso iosrisn" herausgegeben und ausdiese Weise eine bedeutende Menge von Arbeitern für die Sache gewonnen. Außer-dem führte Cabet einen heftigen Kamps gegen die rein republikanischen Ideen des„Kations!" sowol als gegen die blutdürstigen Tendenzen der „ Lgslitsirss ", die erbeide mit der größten Entschiedenheit verdammt. Er will die Freiheit nicht blos fürden Staat wie jener, und nicht durch Gewalt, wie diese; er will sie für das Prole-tariat durch gleiche Erziehung, Arbeit, Ordnung, und vor allem durch Brüderlichkeit-