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Die Schweiz.
italienischen Quadratmeile. Die nördliche Schweiz umschließt auf 10 Hunderteln desFlächcnraums die Cantone Bern (ohne das Oberland und die ehemals bischöflichbaselschen Gebiete), Luzern, Solothurn, Basel, Äargau und Schaffhauscn. Sie hatguten Boden und begreift das einzige größere, hier und da von Hügeln und mäßighohen Bergen durchbrochene Flachland. Herrliche Waldungen wechseln mit Wiesen,Feldern und Baumgärtcn. Vorzüglich werden Spelt, Weizen, Roggen und Hafer,sowie sehr viele Kartoffeln gezogen. > Im Aargau, Basel und Schaffhausen wird auchWeinbau getrieben. Der Landmann ist wohlhabend oder reich; die Bauerhäuser sindschöner als vielleicht irgend sonstwo in Europa. Die Dichtigkeit der Bevölkerung ist447^/, Einwohner auf der italienischen Quadratmeile, also noch stärker als in deröstlichen Schweiz. Die westliche Schweiz, etwa 19 Hundertel des Flächenraums,enthält Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, die zum frühern Bisthum Basel gehö-rigen Gebiete des Cantons Bern, also meist altburgundische Landstriche, wo die fran-zösische Sprache herrschend ist. Dieser Landstrich ist in der Juragegcnd, die wenigGetreide erzeugt, nicht sehr fruchtbar. In dem zwischen Jura und Alpen gelegenenFlach- und Hügellandc, besonders in Waadt und Freiburg, findet sich eine der nörd-lichen Schweiz gleichkommende Cultur. In Neuenburg und Waadt wird der Wein-bau im Großen getrieben. Die Dichtigkeit der Bevölkerung ist daselbst 213 Ein-wohner auf der italienischen Quadratmeile, was etwa der mittlern BevölkerungDeutschlands gleichkommt. Endlich enthält die von italienischer Bevölkerung bewohntesüdliche Schweiz acht Hundertel des Flächcnraums. Sie begreift den Canton Tessinund das zu Graubünden gehörige Misoxerthal, hat im obern Theile, ähnlich wie inder Alpenschweiz, viel Weideland und Weiderecht, sowie übermäßig viel Gemeindeland,dagegen im transcenerischen Landesstriche, wo der Boden zum Theil den Vortheil dop-pelter Getreideernten darbietet, und wo die Früchte südlicher Klimate — Mais, Seide,Pfirsiche, Feigen, etwas Oliven, Pomeranzen und Citronen gedeihen — einen blü-henden Ackerbau. Die relative Bevölkerung dieses Landstrichs beträgt 137 Einwoh-ner aus der italienischen Quadratmcile.
Nach den Schätzungen des baseler Statistikers Bernoulli hatte die Bevölkerungder Schweiz während 30 Jahren um wenigstens ein Viertel zugenommen. In den18 Jahren von 1820 — 37 betrug die jährliche Zunahme etwas über 1/(>, wasnahebei der durchschnittlichen Zunahme für ganz Europa gleichkommt. Doch gibt eseinige kleinere Cantone, wie Appenzell und Glarus, wo die Bevölkerung gaüz oderbeinahe stationair ist. Die Zahl der jährlichen Geburten ist 73200, die der Todes-fälle 53900, was also einen jährlichen Überschuß von 19300 ergibt. Man rechnetin der Schweiz jährlich eine Ehe auf je 131*), eine Geburt auf nahe 32, und einenTodesfall auf je 43 Einwohner. In der östreichischen Monarchie ist das Verhältnißder Todesfälle zu der Bevölkerung wie 1:29, in Würtemberg wie 1:33, sodaß dieSchweiz, in Beziehung auf die Sterblichkeit, vorweit den meisten andern europäi-schen Staaten ein besonders günstiges Verhältniß darbietet. Überhaupt ist der Ge-sundheitszustand ein wesentlich befriedigender, und das Land im Durchschnitte voneinem sehr kräftigen und in Strapatzen ausdauernden Volksstamme bewohnt. Diesgilt wenigstens vom eigentlichen Landvolke und zumal vom Hirtenvolke, das bei kei-neswegs kärglicher Nahrung zu keiner die Kräfte überspannenden Arbeit verurtheiltist. Verhältnißmäßig zahlreich ist allerdings die Menge der Kretinen und Stumpf-sinnigen, der Taubstummen und der mit Kröpfen Behafteten in den niedrigsten Ge-genden des Aargaus, Berns, Uris, Bündcns und besonders des Unterwallis. Doch'findet darin eine merkliche Abnahme statt. Auch hat im Durchschnitt die mittlereLebensdauer bedeutend zugenommen. In Genf war sie, nach den Berechnungen vonOdier und Sorre-Mallet in den Jahren 1560 — 1600 und 1601 — 1700 nur je18 Jahre 5 Monate und 25 Jahre 5 Monate; während sie in den Jahren 1801—-14 und 1815 — 26 nicht weniger als 38 Jahre 6 Monate und 38 Jahre 10
*) Das durchschnittliche Lrauungsalter ist im Canton Waadt 29 Jahre 6 Monate 10 Tage.