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Punkt in der königsb'erger Bürgergescllschaft für einen höchst bedenklichen, und obwoler von Entschiedenheit sprach, mit der die Antwort gegeben werden könne, so ginger doch, indem er selbst die Beantwortung der Frage unternahm, vorsichtig mehrum die Sache herum. Er meinte, die Gesellschaft habe keinen politischen Zweck.Aber die Frage wollte ja auch gar nicht wissen, ob die Gesellschaft einen politischenZweck habe. Der Zweck dieser Zusammenkünfte, fuhr er fort, sei ein geselliger. Dochwarum denn nicht gleich auf die Sache, um die es sich handelte, eingehen, ob ausdieser Bürgerversammlung politische Vortrage ausgeschlossen sein sollen? Jetzt end-lich beantwortete er denn auch die Frage einigermaßen bestimmter und zwar dahin,daß eine Gesellschaft, die sich nicht in der zeittödtenden Gewöhnlichkeit zu ergehengedenke, sondern allseitige Interessen des Geistes zum Behuf der Unterhaltung undBildung der Bürger verfolge, unmöglich das Politische aus ihrem Kreise verbannenkönne, da ja überhaupt in der höher» Geselligkeit Alles und Jedes, wenn auchManches schnell vorübergehend, Gegenstand der Unterhaltung werden dürfe. Dage-gen ließen sich nun einzelne Stimmen vernehmen, die vollends zu den Ängstlichengehörten: Wir brauchen hier gar keine Politik! Alle Politik ist hier verbannt! hießes. Ein ziemlicher Tumult erhob sich. Man hörte sogar die Worte: Deutsche Mi-chel alle Die, welche hier keine Politik wollen! Der Präsident stellte die Ruhe mitdem Hammer' wieder her. Da bat Einer ums Wort und erhielt es. Er bemerkte,ob man denn in keiner Weise von dem Übermuthc lassen könne, ob man denn mitaller Gewalt das Bestehen der Gesellschaft auf das Spiel setzen wolle. Schon langeließen sich Gerüchte vernehmen, nach.welchen die Bürgergeftllschaft binnen kurzemaufgehoben werden würde. Schon neulich waren hier einige Gedichte vorgetragenworden, welche sogleich und mit Recht Bedenken erregt hätten. Abtreten, abtreten! rie-fen viele Stimmen. Der Präsident gebot abermals Schweigen. Ich trete demgeehrten Redner vor mir unbedingt bei, erhob sich ein Zweiter. Aber ich beschweremich nicht blos über einige Gedichte, auch der neuliche Vertrag eines Aussatzes Wardurch und durch politisch, und hätte vom geehrten Vorstände gar nicht zugelassenwerden dürfen. Der Vorstand hat keine Controls solcher Art auszuüben, rief Einer;der Vorstand ist weder eine Censur- noch eine Polizeibehörde, bemerkte ein Anderer.Bravo! Bravo! riefen hundert Stimmen. Mit großer Anstrengung von Seiten desPräsidenten ward die Menge beschwichtigt.
Ein anderer Bürger bat ums Wort und sagte ungefähr dies: Politische Ge-sellschaften sind nicht gestattet, das wissen wir Alle; aber dadurch wird wahrlich un-sere Versammlung zu keiner politischen, daß ein und der andere Vertrag oder garnur das Gespräch eine politische Färbung erhält. Übrigens ist mein Vorgänger sehrim Irrthum, wenn er den Aufsatz, den eines unserer Mitglieder am vorigen Mon-tage hier vorlas, einen politischen nannte. Er war vielmehr socialistisch, wie derTitel schon vermuthen ließ: „Über deutsche Handwerker im Auslande." Einer derbeliebtesten Sprecher griff nun in die Debatte und ließ sich etwa also vernehmen:Meines Erachtens ist es eine völlige Unmöglichkeit, wenn anders man sein Gewissenrein bewahren will, zu geloben, in unserer Bürgerversammlung keinen politischen Ver-trag zu halten. Älles am Ende, was wir als Bürger hier sprechen, sind politischeVortrage. Denn unter Bürgern, die doch als solche in einem Staate leben undalso Staatsbürger sind, ist überhaupt Alles politisch, was sie nur vorbringen mögen,denn sie bringen es als Staatsbürger vor. Nun ist gewiß ein Jeder von uns mitganzer Seele, mit Leib und Leben Bürger, und soll es auch sein; das Bürgerthumist unsere Lebensfunction. Es reicht weiter und soll weiter reichen als unser Ämtoder unser Privatgeschäft. Jeder spricht aber am liebsten von seinem Geschäft. Hö-ren Sie doch einmal auf den Kaufmann, den Soldaten, den Gelehrten; Jeder wirdganz natürlich seine Hantirung im Gespräch besonders herauskehren. Da aber Jedervon den Genannten zugleich Bürger im Staate ist, so ist zwar nicht das Interessedes Kaufmanns das des Soldaten und umgekehrt, nicht das des Gelehrten das desKaufmanns und umgekehrt; aber Alles was diese interessirt, ist zugleich ein Interesse