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Vierter Band.
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Das Cap der guten Hoffnung.

einige andere Strecken an der Ostgrenze enthalten große Wälder; die östlichen Be-zirke bieten reiche Weiden. Im Allgemeinen, namentlich im Innern, zeigt die Land-schaft nacktes Felsengebirge, dürre Ebenen, steinige Thäler, schattenleere, pflanzenleere,Wasserleere Einförmigkeit. Die nördlichen Theile des Landes vom Nieuwveldgebirgebis zum Oranjefluß erscheinen durchaus wüst. Das eben jetzt erst colonisirte Landim Osten des Großen Fischflusses, sowie Kaffraria und die nordöstlichen Regionen bisjenseit Natal, sind hiervon aber ganz verschieden und ebenso fruchtbar wie anmuthig.

Die Baien sind fast alle von Westen her mit einem vorspringenden Vorgebirgeversehen. Die wichtigsten sind: die Tafelbai, die Falsche Bai, Mosselbai, Algoabai,Waterloobai. Die Südküste ist voll von Klippen, und eine große Sandbank, dieBank von Lagullas, erstreckt sich bis 37V-° südlicher Breite, wahrscheinlich von dergroßen Strömung zusammengetrieben, die hier von Osten her mit der reißendstenHeftigkeit vorüberschweist, ein Schiff 80 Meilen im Tage tragend. Diese verschiede-nen Ursachen verursachen an der Küste gewaltige Brandungen, welche die Küsten-fahrt und die Landung gefahrvoll machen.

Das, Klima ist im höchsten Grade gesund. Das Cap ist daher ein großesGeneshaus für die ostindischen Invaliden, deren hier immer eine große Anzahl verwei-len. Der Sommer beginnt im September. Zu dieser Jahreszeit herrscht der Süd-ostwind vor und stürmt oft mit der größten Heftigkeit. Der Morgen ist währendderselben meist heiß und schwül; aber um Mittag erhebt sich der Wind und legt sichgegen Abend, wo dann die Luft abgekühlt ist. Der Thermometer.schwankt im Som-mer zwischen 70 und 90 ° (Fahrenheit), bleibt oft tagelang auf 83 und 84°, erreichtaber selten 105°. Wenn der Winter herannaht, so wird der Südostwind seltenerund weniger heftig; es folgt der Nordwestwind, welcher gewöhnlich von Nebel undRegen begleitet ist. Gewitter sind nicht selten und halten oft tagelang an, wobeider Regen in Schauern ohne Unterbrechung herabstürzt. Die Luft ist während desWinters gewöhnlich rauh und unangenehm; der Thermometer steht meist im Mor-gen auf 50 °, um Mittag auf 60 °, in den Hähern Gegenden aber viel niedriger.

Die Pflanzenwelt und das Lhierreich.

Die Schönheit und Mannichsaltigkeit der Flora von Südafrika ist überraschend,und es gibt wol keinen Theil der Welt, der für den Botaniker größere Anziehungbesäße. Die Flora ergibt sich durchaus verschieden von der des tropischen Afrika,und nur in Abyssinien erscheinen einige ihrer charakterischen Formen wieder. Ebensoverschieden ist sie in Buenos-Ayres, obgleich dieses dieselbe Breite und ähnlichesKlima hat. Die vorherrschenden Pflanzen in Südafrika sind Büsche und Stauden,in Buenos-Ayres Kräuter. Dagegen ist die Vegetation Südafrikas mit Australienin derselben Breite mehr übereinstimmend, sowol in der äußern Erscheinung als auchin mehren bemerkenswerthen Familien, die beiden Ländern gemeinsam: wie z. B. dieProtaceen und Restiaceen. Eine hauptsächliche Verschiedenheit besteht jedoch in derAbwesenheit der Gummibäume, welche einen so großen Theil der Vegetation inAustralien ausmachen.

Sowol die Seeküste als die Flußmündungen schwärmen von Fischen aller Art; inletzterm sind besonders Barst, Aale und kleine Schildkröten sehr häufig. Unter denVögeln befindet sich dex Adler, der Geier, der Pelikan, der Flamingo, der Löffelschna-bel, der Kranich, der Ibis, die wilde Gans und die wilde Ente, die Schnepfe, dieWachtel, der Bussard, das Rebhuhn, die Turteltaube, der Kolibri in unzähligenAbarten. Strauße sind in den Hochebenen häufig.

An Wildpret bietet das Cap großen Reichthum. Zwar ist dasselbe in der Co-lvnie selbst mit der Zunahme der Bevölkerung sehr zusammengeschmolzen; anders ver-hält es sich aber jenseit des Nieuwveld-, Sneeuwveldgebirgs und des Winterberges,Die unzählichen Heerden von Quaggas, Gnus und Springböcken, deren Leaivllanterwähnt, und die man oft für übertrieben gehalten hat, finden sich hier noch ganzin den alten Massen. Das Elenn, diese Riestnantelope, welche über 1000 Pfund