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Vierter Band.
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534 Das Cap der guten Hoffnung.

Gaika, als dem reichsten und mächtigsten unter ihnen, einen gewissen äußern Vor-rang, verhielten sich aber sonst durchaus unabhängig. Der Vertrag hatte somit nurden Erfolg, daß er lebhafte Eifersucht und Unwillen gegen Gaika erregte. Ein mäch-tiges Bündniß wurde gegen Gaika gebildet, unter Leitung von dessen Oheim Zlambi,von Duschani, dem Sohne Zlambi's, und dem berühmten Makanna, der, ob-,gleich kein erblicher Häuptling, durch seine Einsicht, seinen Feuergeist und seine ma-gischen und prophetischen Gaben einen gewaltigen Einfluß über seine Landsleute besaß.Die Verbündeten brachten Gaika zwar am Flusse Deebe eine vollständige Niederlage(1818) bei; allein die Colonialregierung schlug sich für den von ihr creirtcn Sou-verain Kaffrarias ins Mittel. Truppen und Boers in starker Macht überzogen unterOberst Brereton das Gebiet Zlambi's, verheerten es und führten 23000 Rinderfort, die man mit Gaika theilte. Dagegen brach Makanna in die Colonie und rich-tete die schrecklichste Verwüstung an bis in die Nachbarschaft von Algoabai. Ja erwagte selbst Grahamstown, das damals (1819) freilich kaum mehr als ein militai-rischer Posten war, aufs heftigste zu bestürmen, wurde jedoch mit schwerem Verlustzurückgeschlagen. Nun rückte die ganze Macht der Colonie heran. Das Gebiet derVerbündeten erlag der Zerstörung durch Feuer und Schwert, und die Häuptlingemußten sich entweder unterwerfen oder weit ins Innere zurückziehen. Makanna er-gab sich: er wurde von den Engländern wie ein gemeiner Verbrecher auf Nobben-Jnsel, dem gewöhnlichen Pönalorte der Colonie, gefangengesetzt. Auch Gaika, umdessenwillen der Krieg geführt worden, wurde genöthigt, seinen Beschützern den gro-ßen und fruchtbaren Landstrich zwischen dem Großen Fisch- und Keiskammafluß ab-zutreten, sodaß man es ihm nicht verdenken konnte, wenn er klagte, er werde vonseinen europäischen Freunden gar sehr bedrückt.

Nach Beendigung dieses Kriegs entschloß sich die englische Regierung, den fastunbewohnten District Zuurveld, der hiermit den Namen Albany erhielt, zu coloni-siren. Eine Anzahl Engländer und Schotten, unter welchen mehre Leute von Er-ziehung, kamen unter der Leitung des Dichters Priugle im Frühjahre 1820 in Algoa-bai an, und nahmen die ihnen zugetheilten Grundstücke zwischen dem Buschmann-und Großen Fischfluß ein. Bei dem Plane hatte die irrthümliche Ansicht obgewaltet,daß der District zum Ackerbau vorzüglich geeignet sei. Die Grundstücke zeigten sichdemnach zu klein für Viehzucht, auf welche die Ansiedler auch sonst nicht vorbereitetwaren. Dieselben verloren ein Jahr nach dem andern ihren Weizen durch den Mehl-thau, und Miethen so in die äußerste Noth. Viele verließen ihre Ansiedelungen inVerzweiflung und suchten ihren Unterhalt in den Städten; Andere widmeten sich derJagd der wilden Elefanten, die damals in den Wäldern des Zuurbergs und demDickicht des Großen Fischfluffes noch häufig waren, und lebten vom Verkauf desElfenbeins; noch Andere fanden im Tauschhandel mit den Kaffern einen ergiebigenErwerbszweig. Diesen Handel hatte zwar die Regierung streng verboten, er wardaber dennoch auf das thätigste betrieben, sodaß der einsichtige Sir Nufane Donkin,damals Stellvertreter des zur Zeit abwesenden Gouverneurs Lord Charles Somerset,es am geeignetsten hielt, diesen jedenfalls Vortheilhaften Handel einigermaßen gesetzlichzu machen. Er erließ (1821) eine Proclamation, in welcher er an einer gewissenStation am Keiskamma einen Jahrmarkt begründete und mehre sehr umsichtige Ver-kehrsanordnungen traf. Wiewol Lord Somerset nach seiner Rückkehr die Maßregelwiderrief, war doch der Grenzverkehr nicht mehr zu unterdrücken, und bereits nachdrei Jahren sah auch er sich genöthigt, den Jahrmarkt am Keiskamma aufs neueherzustellen. Die Kaffern lieferten vorzüglich Elfenbein, Straußfedern und Häute,und erhielten dafür Glasknöpfe, Messer, Ackerwerkzeuge und dgl. Der Verkauf vonWaffen, Schießpulver und geistigen Getränken blieb verboten; es zeigte sich jedochspäter nur zu deutlich, daß dieses Verbot nicht beobachtet wurde. Im Jahre 1830wurden endlich alle Beschränkungen dieses Verkehrs vollkommen beseitigt, sodaß dieHandelsleute, wann und wo sie wollten, in Kaffraria eingehen konnten. Durch die-sen einträglichen Handel gelangte die Provinz Albany dahin, die Hindernisse ihrer