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Vierter Band.
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536 Das Cafr der guten Hoffnung.

Grenzcommandanten lebte. Aber wiederum erhob sich die alte Klage über Viehraub.Dabei suchte Makomo die Hottentotten am Katzflusse gegen die Colonie aufzureizen,obgleich diese von den Gaika so gut wie andere Ansiedler beraubt wurden. Makomoward deshalb (1833) plötzlich der ihm ertheilten Erlaubniß, mit seinem Stamme amTschumie zu wohnen, verlustig erklärt und angewiesen, sich mit allem Wolke überdiesen Fluß zurückzuziehen. Die Austreibung geschah, wie die des ZlambistammeSim Jahre 1811, während der Hirse noch unreif im Felde stand, und wo, wie einenglischer Offizier sich ausdrückte, das Land, in welches die Gaika placirt wurden, sokahl wie ein Paradeplatz war. Diese abermalige Austreibung veranlaßte endlich denAusbruch eines entscheidenden Kampfes. Die englischen Missionare reizten dazu eben-falls ihrerseits auf, indem sie den Kaffern nachdrücklich vorstellten, daß sie in ihrenRechten beeinträchtigt seien. Diese Missionare sollen dabei den tiefen Plan genährthaben, die Kaffern und Hottentotten zu einem Volke zu vereinen, dann sie zumChristenthum zu bekehren, und so ihre eigene Herrschaft zu sichern.

Der Kaffernkrieg im Jahre 1831; die Lage der Colonie seit dem Stockenstromvertrage;die Auswanderung der Bocrk nach der Weihnachtsküste.

Die vorzüglichsten Häuptlinge der Amakosa im Jahre 1834, als die Feindselig-keiten ausbrachen, waren: Makomo und sein Bruder Tyali, Botma und Eno vomGaikastamm; Umhals, Umkei und Eacella vom Zlambistamm; Kobus, Pato undKana vom Congostamm; endlich Hinßa, der am entferntesten von der Colonie wohnteund über den zahlreichsten Stamm herrschte. Die Gesammtbevölkerung der vierStämme wurde aus 34000 Männer und 136000 Weiber und Kinder geschäht. DieAnsiedler scheinen es nicht für möglich gehalten zu haben, daß sich die Kaffern, nachso manchen üblen Erfahrungen, im offenen Kriege den europäischen Waffen entgegen-stellen würden. Die Truppenmacht in der östlichen Provinz war darum gering; keinebesondere Vorkehrung gegen einen Angriff war getroffen. Auch von den zahlreichen Missio-naren scheint keiner eine Kenntniß des Vorbereiteten gehabt zu haben. Die Häuptlinge ent-warfen und entwickelten ihre Plane mit Kunst und in tiefster Geheimhaltung. Endlich,am 21. und 22. Dec. 1834, brachen die bewaffneten Kaffcrnhorden in die Colonie, fastgleichzeitig längs der ganzen Grenze vom Wintcrberg bis zur Mündung des GroßenFischflusses. Bald streiften sie bis nach Grahamstown, Vieh und Pferde überallwegführend, die Hottentotten und einzelne Ansiedler ermordend, die von den ver-scheuchten Eigenthümern verlassenen Häuser niederbrennend. Die Verluste der Co-lonie waren unermeßlich: fast alle Bewohner Albanys (ausgenommen von Grahams-town) und eines großen Theils von Somerset und Uitenhagc verloren ihren Vichstandund sahen ihre Häuser in Flammen aufgehen. Die damals an der Grenze befind-lichen Truppen vermochten die ausgedehnte Linie nicht zu decken. Während die Kaf-fern jedes offene Zusammenstoßen mit dem Feinde vermieden, schlüpften sie, von demTerrain und ihrer genauen Kenntniß desselben begünstigt, durch die Posten hindurch.Binnen vier Wochen war das ganze Land vom Winterberge bis zum Meere undvom Großen Fischfluß bis in die Nähe von Uitenhagc, eine Strecke von 100 MeilenLänge und 80 Meilen Breite, verheert. Grahamstown selbst wurde nicht angegriffen,aber der aufblühende und bedeutende Ort Bathurst in Albany mußte aufgegeben werden.

Die Kaffern, welche in die Colonie einfielen, waren meist vom Gaika- und vomZlambistamm. Die Häuptlinge Pato, Congo, Kama und Umkei verhielten sichäußerlich neutral, auch Hintza schien keinen thätigen Antheil zu nehmen. EndeJanuar 1835, nachdem sie ziemlich alles Werthvolle weggeführt, zogen sich die Ein-dringlinge allmälig in ihre Gebiete zurück, da sie vernahmen, daß der GouverneurSir Benjamin d'Urban mit starker Macht in Grahamstown angekommen. OberstSmith (gegenwärtig Generalmajor und Gouverneur der Colonie) und Oberst So-merset begannen Anfang Februars ihre Operationen im Fischflußdickicht. Der Plander Kaffern war, sich in den dortigen Schluchten und Klüften zu verbergen, umdann die vorgerückte britische Streitmacht im Rücken anzufallen. Die britischen Ossi-