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Fünfter Band.
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Der pfälzisch-badische Krieg vom Jahre 1849. 153

Wagbach und ein Bataillon gegen Waghäusel vorschiebend. Um 9 Uhr Abendshatten sämmtliche Truppen Hirschfeld's den Übergang über den Rhein bewerkstelligt.

Am Neckar hatten bis gegen den 20. Juni hin die Feindseligkeiten geruht. Ge-neral Peucker, welcher am 20. sein Hauptquartier in Beerfelden gehabt, schwenktenun mit der Hauptmacht um Eberbach, diesen Ort besetzend, herum, überschritt am2^. Juni zwischen da und Mosbach, bei Zwingenberg, den Neckar, und dirigirte sichnach Aglasterhausen. So war, nachdem auch Hirschseld den Rhein überschritten, derAnfang gemacht, das aufständische Heer zu umzingeln, und in den Winkel, welchenRhein und Neckar bilden, zu treiben.

Becker, welcher beordert gewesen, sein Standquartier in Ziegelhausen zu neh-men, rückte am 20. Juni noch einmal gegen Hirschhorn vor, welches ein Bataillon^aiern, ein Bataillon Kurhessen und zwei Geschütze besetzt hatten. Es lag in seinerAbsicht, den Angriff gegen den Ort Morgens zu unternehmen; doch kam die zuseiner Unterstützung bestimmte sinsheimer Volkswehr so nachlässig heran, daß er erstum 3 Uhr Nachmittags sein Unternehmen beginnen konnte. Es gelang ihm, denFeind hinauszuwerfen; doch konnte er, da ihm Kanonen fehlten, den Ort nicht be-haupten. Ebenso wenig vermochte er gegen den Feind, der sich aus das Schloß, wofrüher die hanaucr Turner gewesen waren, zurückzog, Etwas zu unternehmen. Erwußte seinen Vortheil wieder fahren lassen, und zog sich über den Neckar nach Moos-brun zurück. Sodann marschirte er auf Befehl Mieroslawski's, ebenso wie die Be-satzung von Eberbach, welche vor dem andrängenden Peucker gewichen war, nachHeidelberg ab, und faßte in dieser Stadt eine Defensivstellung.

Der General Hirschfeld bemühte sich wol weniger um die Vernichtung der pfäl-Aschen Armee als um den wahrscheinlich verabredeten Plan, sich in den Rücken^u'erosiawski's zu werfen. Hätte er die pfälzische Armee, deren Beschaffenheit nunhinlänglich bekannt war, ins Land hineingeworfen, und sich dann quer durch Badenrm Utucken Mieroslawski's aufgestellt, so mußte dieser, sobald ihn Groben und Peucker^Werfen und er nach dem Süden zu gelangen suchte, in zwei Feuer gerathen. VonRastadt hatte Hirschfeld zur Zeit nichts zu fürchten, ebenso wenig vom Seekreise, aufdessen Mobilisirung Struve in einem Berichte bereits am 18. Juni so dringend undso richtig, jedoch vergeblich aufmerksam gemacht.

Sich in zwei Divisionen theilend, suchte Hirschfeld seinem Auftrage nachzukom-men. Die Division Hannecken dirigirte er über Philippsburg nach Schwetzingen,und die Division Brun gegen Bruchsal, um der Mieroslawski'schen Armee denRuckzug nach Karlsruhe zu verlegen. Mieroslawski war dadurch, daß Mniewskic w leicht aus Philippsburg verdrängen ließ, und nicht, wie ihm befohlen wurde,auf H^dewerg zurückging, sondern nach Karlsruhe hin wich, ohne nähere Nachrich-ten über das Anrucken des Feindes und dessen Stärke geblieben. Da man aber anneh-men konnte, daß Hirschfeld für sich allein nicht so stark sei als Groben und Peuckerzusammen, so beschloß Mieroslawski den Letztern gegenüber blos defensiv zu bleiben.Dagegen wollte er Jenen mit seiner Hauptmacht angreifen. Er traf zu diesem3WE folgende Disposition, welche in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni aus-^'"hrt »wurde: Die fünfte Division unter Becker concentrirte er in Heidelberg; an' ^ "EE. von Ladenburg eine geringe Besatzung; die dritte Division unter Mercym Manheim; die zweite Division unter Beckert nach Hockenheim mit Entsendungwer kleinen Abtheilung nach Neckarhausen. Die erste Division unter Thome, undle vierte Division unter Oborski stellten sich auf der Eisenbahn nach Walddorf, unddie"l^ Reitingen auf. Bei der zweiten Division befand sich die Artillerie undvie andern Divisionen. Sigel führte den Oberbefehl über die erste und

Division. Die Totalstärke betrug am 21. Juni Morgens bei Hockenheim und?""6en: 9 Bataillone Linieninfanterie, 8 schwache Bataillone Volkswehr, 10 Es-rons Dragoner und 20 Geschütze, in Summa 10—11000 Mann.d s Avantgarde Hirschfeld's war bereits bis nack Altlußheim vorgedrungen;as Gros stand in Waghäusel, die Reserve in Philippsburg. Als am 21., Morgens